Weinland Spanien

Spanien ist flächenmäßig mit 1,2 Millionen Hektar das größte Weinland der Erde, doch aufgrund der geringen Dichte der Weinstöcke landet es nur auf Platz 3. Jährlich werden gerade einmal 41 Millionen Hektoliter hergestellt. Zudem sorgt die extreme Trockenheit in vielen Gebieten der Halbinsel für geringe Erträge. Bereits seit 3.000 vor Christus wuchsen Reben in Spanien, doch erst durch Phönizier und Römer erblühte der Weinbau. Für die geringe Bestockung heute sind vor allem Traditionen aus dem 18. Jahrhundert verantwortlich, die den Weinbau bis heute prägen. Schließlich fand in den 1960er Jahren eine Umstellung zur Massenproduktion statt. Darunter litt die Qualität und dies bedeutete den Abstieg des spanischen Weinbaus. Erst in den letzten Jahren wurde die Weinproduktion in Spanien zunehmend moderner und man begann sich für einen qualitätsorientierten Anbau zu interessieren. Diese Entwicklung ging vor allem von kleineren Anbaugebieten aus.

Spanien: Qualitätsweine mit System

Die spanischen Weine werden in einem eigenen Qualitätssystem kategorisiert. Weine mit allerhöchster Qualität aus bestimmten Anbaugebieten erhalten einen DOCa-Status, wie die Rioja-Weine. Knapp die Hälfte der Weine tragen die Bezeichnung DO. Diese werden streng kontrolliert und müssen aus einem definierten Herkunftsgebiet stammen. Auf der Stufe darunter befinden sich die Vino de la Tierra, Landweine aus bestimmten Anbaugebieten ohne DO-Status. Schließlich gibt es noch die einfachen Tafelweine, Vino de Mesa genannt, deren Trauben aus ganz Spanien stammen. Diese Weine dürfen weder Jahreszahl noch Angaben zu verwendeten Rebsorten auf dem Etikett abbilden. Zudem gibt es noch eine Altersunterscheidung, die von Joven, ein Jahr gereift, über Reserva, drei Jahre, bis zum Gran Reserva mit fünf Jahren Reifung reicht. Zwar werden noch immer die traditionellen Reben wie die rote Garnacha-Traube und die Airén-Rebsorte angebaut, da sie mit geringem Anspruch relativ hohe Erträge erzielen, doch späte Lesen und fehlende Temperaturkontrollen wie vor einigen Jahren gehören der Vergangenheit an. Stattdessen bemühten sich die Pioniere um eine Verlagerung der Weinberge in die kühleren Gebiete.

Weine, die sich sehen lassen können

Mit zusätzlicher Hilfe modernster Kellertechnik gelingen heute frische, saubere Weißweine und gehaltvolle Rotweine, die sich sehen lassen können. Die häufigsten weißen Rebsorten sind Airén, Macabeo und Moscatel, die in kälteren Teilen Spaniens einzigartige Weißweine ergeben. Rotwein ist vor allem dominiert durch Garnacha, Tempranillo und Monastrell sowie Bobal und Mencia. Eine der bedeutendsten Gebiete für Weißweine ist die La Mancha-Hochebene, auf der seit Jahrhunderten einzigartige Weine angebaut werden. Auch Rioja hat noch immer großen Einfluss und glänzt mit exzellenten Rotwein-Cuvées, die den Namen der Region tragen. Zunehmend können sich die Weine aus ganz Spanien international messen.

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