Weinland Deutschland

Das Weinland Deutschland kann auf eine jahrtausendealte Weintradition zurückblicken. Bereits die Kelten tranken ihren Wein, den sie aus wilden Reben gewannen. Schließlich brachten die Römer weitere Rebsorten mit und kultivierten den Weinbau. Noch aus dem Mittelalter sind besonders Weine aus Elbling- und Silvaner-Trauben bekannt, der berühmte Riesling kam erst später. Im 19. Jahrhundert gehörten die Riesling-Weine aus dem Rheingau zu den teuersten Weinen der Welt. Sie wurden besonders für ihre Noten von Apfel und Zitrusfrüchten sowie Mandel und Honig geschätzt.

Besondere und hochwertige Weine

Doch mit Beginn der industriellen Revolution begann der Abstieg des deutschen Weinbaus, der sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg nur langsam erholte. Zwar weitete man die Gebiete aus, doch gleichzeitig wurden die Qualitätsunterschiede von Weinen verschiedener Herkunft aufgehoben. Mittelmäßige Weine wurden offiziell aufgewertet, sodass sie sich besser vermarkten ließen. Diese Prädikatswein-Hierarchie ist bis heute im deutschen Weinrecht festgelegt. Doch zum Glück gibt es einzelne Winzer, die die Qualität ihrer Weine über alles stellen und sich nicht in die Kategorien pressen lassen. So entstehen in Deutschland inzwischen besondere und hochwertige Weine. Heute werden auf ungefähr 102.000 Hektar Rebfläche die verschiedensten Weine angebaut und zu 10 Millionen Hektolitern weiterverarbeitet. Dabei sind je nach Jahrgang 90 bis 98% als Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete ausgezeichnet. Bestimmt wird hierbei nur nach Mostgewicht und Alkoholgehalt. Tafelweine und Landweine machen einen sehr geringen Anteil der Gesamtmenge aus.

13 Anbaugebiete für Qualitäts- und Prädikatsweine

Sogenannte Prädikatsweine gelten als die hochwertigsten deutschen Produkte. Hier unterscheidet man nochmal zwischen den Kabinettweinen, Spätlesen und Auslesen sowie Beeren- und Trockenauslese, was allerdings keine Angabe zur Qualität darstellt. Heute gibt es 13 bestimmte Anbaugebiete für Qualitäts- und Prädikatsweine, wozu unter anderem das Rheingau, Baden und Rheinhessen gehören. Diese Gebiete sind weltweit für ihre hervorragenden Weine bekannt. Deutschlands größtes Anbaugebiet ist Rheinhessen, dicht gefolgt von Baden und der Pfalz. Das milde deutsche Sommerklima eignet sich ausgezeichnet um leichte, fruchtige Weine zu keltern. Damit dies gelingt, befinden sich die Weinberge meist an geschützten Stellen in Flussnähe und sind nach Süden oder Westen ausgerichtet. Die oft steilen Hänge machen die Rebpflege zudem aufwändig.

Riesling ist in Deutschland besonders beliebt

Die Riesling-Trauben erfreuen sich in Deutschland noch immer großer Beliebtheit, knapp gefolgt von Müller-Thurgau. Gerne verwendet werden auch Silvaner, Kerner und Grauburgunder. Für deutsche Rotweine greift man auf Trauben der Sorten Spätburgunder, Dornfelder sowie Portugieser und Trollinger zurück. Darüber hinaus lässt sich noch eine Vielzahl weiterer Reben finden, die durch leidenschaftliche Winzer zu Weinen höchster Qualität gemacht werden. Kleine Pioniere, wie zum Beispiel das Weingut Neiss, sind im Begriff die Standards wesentlich zu verändern.

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