Die Ahr: das nördlichste Rotweingebiet

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Eigentlich logisch: Guter deutscher Rotwein entsteht vor allem im Süden von Deutschland. Allen voran Baden mit seinem Kaiserstuhl gilt als Hochburg des Spätburgunders. Den vielen Sonnenstunden sei Dank. Doch fast 400 Kilometer nördlicher – nicht mal eine Stunde von Köln entfernt – liegt eine weitere Hochburg dieser Rebsorte. Das Anbaugebiet Ahr. Für viele Kenner gehören die von hier stammenden Spätburgunder zu den besten des Landes. Stefan berichtet für uns über diese Perle im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Die Ahr ist zunächst einmal ein gut 85 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins. Er entspringt mitten im Eifelörtchen Blankenheim unter einem Fachwerkhaus und mündet schließlich bei Remagen-Kripp in den Rhein. Doch die Ahr ist gleichzeitig namensgebend für ein 562 Hektar Rebfläche umfassendes und damit vergleichsweise kleines Wein-Anbaugebiet – nur drei der 13 deutschen Anbaugebiete sind noch kleiner als die Ahr.

Region des Spätburgunders

Durch die nördliche Lage des Ahrtals würden man vor allem den Anbau von Weißwein vermuten, doch liegt die Produktionsmenge von Riesling und Co. hier deutlich unter 20 Prozent. Es ist aber der rote Spätburgunder, der die Ahr so bekannt und beliebt gemacht haben.

Aber wie kommt es, dass sich eine so nördlich gelegene Region für den Anbau von Rotwein so gut eignet? Immerhin benötigen rote Trauben mehr Sonne und Wärme, um daraus einen formidablen Rotwein herzustellen. Sicher: Spätburgunder-Reben fühlen sich in milderem Klima deutlich wohler als andere rote Rebsorten, doch ist dies nur ein Teil der Antwort.

Klima und Boden an der Ahr

Um es wirklich zu verstehen lohnt ein Blick auf die klimatischen Voraussetzungen des Gebiets: Die Ahr schlängelt sich in engen Bögen durch eine karge Felslandschaft in Richtung Rhein und das Klima der Kölner Bucht fällt vergleichsweise mild aus. So weit so gut.

Doch die besten Weinberge schmiegen sich in Steillagen direkt an die Felsen an. Daraus resultiert ein mikroklimatischer Effekt, der an ein Treibhaus erinnert: Das aus der Ahr verdunstende Wasser strömt als wärmende Luft die Weinberge hinauf und der felsige Boden speichert zusätzlich die Wärme der Sonne, so dass den Reben auch in kühlen Nächten Wärme gespendet wird. Schieferböden und Gestein vulkanischen Ursprungs sind hierbei in den Toplagen vorherrschend – beste Voraussetzungen für erstklassigen, mineralisch betonten Spätburgunder.

Heppingen Ahr

Heppingen in der Weinbauregion Ahr

Rebsorten im Ahrtal

So wundert es nicht, dass Spätburgunder mit 65,3 Prozent die meist angebaute Rebsorte an der Ahr ist. Riesling macht als beliebteste Weißwein-Rebsorte des Gebiets nur 8,2 Prozent aus (beides Stand 2019).

Aber es ist nicht nur der Spätburgunder, der sich an der Ahr einen Namen gemacht hat. Frühburgunder war Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine der wichtigsten Rebsorten an der Ahr. Wegen ihrer Anfälligkeit für Verrieseln und des geringen Ertrags war Frühburgunder dann aber in den 1960er-Jahren fast ausgestorben. Mittlerweile hat sich der Bestand durch engagierte Winzer-Initiativen und widerstandsfähigere Klone wieder stabilisiert.

Gut so, denn aus den etwa zwei Wochen vor dem Spätburgunder ausreifenden Beeren – daher der Name Frühburgunder – entstehen besonders fruchtbetonte Rotweine, deren Aromen an Süßkirschen und reife Brombeeren erinnern.

Burggarten: Ahr-Winzer durch und durch

Für einen exzellenten Früh- und Spätburgunder lohnt der Weg nach Neuenahr-Ahrweiler oder in den Weinfreunde-Shop: Das Weingut Burggarten der Familie Schäfer baut auf 16 Hektar bereits in der fünften Generation Wein an. Man kann daher mit Recht behaupten, dass Paul Josef Schäfer, seine Ehefrau Gitta sowie die Söhne Paul Michael, Heiko und Andreas genau wissen, was einen guten Wein von der Ahr ausmacht.

Dazu gehört auch die Überzeugung, dass es vor allem Burgunderrebsorten sind, die an der Ahr hohe Qualitäten auf die Flaschen bringen. Der Rebsortenspiegel bei Burggarten spricht eine deutliche Sprache: 80 Prozent Spätburgunder und jeweils 5 Prozent Frühburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder werden angebaut. Riesling, Domina, Merlot und Cabernet Sauvignon teilen sich die übrigen fünf Prozent.

VDP-Mitglied seit 2019: Burggarten startet durch

Der hohe Qualitätsanspruch der Schäfers an die Burggarten-Weine manifestiert sich seit 2019 auch durch eine Mitgliedschaft im Verband der deutschen Prädikatsweingüter, VDP – dem erlauchten Kreis der knapp 200 besten Weingüter Deutschlands.

Paul und Heiko von Burggarten

Paul und Heiko von Burggarten

Dabei sind die Schäfers mit dem Glück gesegnet, direkt auf vier Lagen Wein anzubauen, die vom VDP als „Große Lage“ klassifiziert wurden. Der Neuenahrer Sonneberg und Schieferlay, die Walporzheimer Alte Lay sowie der Heimersheimer Burggarten gehören zu den besten Weinlagen in ganz Deutschland.

Wer also noch keine große Erfahrung mit Weinen von der Ahr besitzt oder einfach ein Faible für Spätburgunder hat, sollte sich unbedingt den Weinen von Burggarten nähern. Der Weinfreunde Shop bietet eine erste Möglichkeit.

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