Den richtigen Festtags-Wein finden


Nur noch wenige Wochen bis Weihnachten – und wer es stressfrei liebt, kann sich jetzt schon mal um den passenden Festtags-Wein kümmern, empfiehlt Weinfreundin Dominique Groten, und liefert uns ihre segensreichen Tipps für die richtige Weinwahl gleich mit.

Bei uns in der Familie wechselt die Gastgeberrolle für das Weihnachtsfest reihum. Nach so manchem Heiligen Abend und Weihnachtstag in der über die Jahre wachsenden Familie umfasst meine persönliche, weihnachtliche Speisekarte mittlerweile das klassische Repertoire vom Kartoffelsalat über die Gans bis zum Käsefondue. Allein die Auswahl der Weine zum Essen war nicht immer glücklich, weshalb ich seit vier Jahren quasi den Weinfreund für die Familie gebe und mich selbst der Sache angenommen habe – worüber die Familie nicht unglücklich ist.

Da die Weihnachtszeit am Anfang so ganz und gar nicht still und besinnlich ist, empfehle ich zwei einfache Grundregeln für die Weinauswahl:

Regel 1: Kümmere dich bei Zeiten drum!

Regel 2: Gehe immer auf Nummer sicher!

Bei Zeiten, das heißt jetzt! Also möglichst schnell in Erfahrung bringen, was an den Festtagen auf den Tisch kommt und dann auf Weine setzen, mit denen man all seinen Gästen entgegenkommt, weil sie einfach gut zum Essen passen. Klingt einfach, ist es aber nicht immer, weshalb ich gern ein paar Tipps aus meiner Erfahrung als „Familien-Sommelier“ mit einbringe. Beginnen wir mit dem Weihnachtsgericht, das nach wie vor im Ranking der beliebtesten Weihnachtsessen oben mitspielt.

Kartoffelsalat Festtags-Wein

Kartoffelsalat mit Würstchen: einen einfachen Weißen

Zugegeben, manchmal braucht es ein wenig Überzeugungsarbeit um das oft obligatorische Bier gegen einen Wein einzutauschen. Aber wer es mit einem trockenen, leicht fruchtigen Weißwein versucht, wird von der Kombination nicht enttäuscht sein. Die Weine sollten nicht zuviel Säure haben, insbesondere wenn der Kartoffelsalat etwas rustikaler mit Zwiebel und Gurke daherkommt. Mit einem zurückhaltenden Weißburgunder, aber auch einem Chardonnay oder Grauburgunder ist man da gut beraten. Es müssen keine Spitzengewächse sein, die zu diesem Gericht ins Glas kommen. Schließlich ist der Kartoffelsalat ein einfaches, bodenständiges Gericht, da sollte es ihm der Wein gleich tun. Wer partout nicht vom Rotwein abrücken will, dem sei der „Tres Reyes“ empfohlen, eine Cuvée aus Tempranillo und Syrah, die sich ohne Probleme des Kartoffelsalats anpasst.

Festtags-Wein Gans

Klassiker unter sich: Weihnachtsgans und große Weine

Geflügel und an erster Stelle „die“ Weihnachtsgans zählt ebenfalls zu den Lieblingen der Festtagsspeisen. Da es schon schwierig genug ist, eine gute Gans auf den Tisch zu bringen, sollte man sich das Leben mit der Wahl des Weines nicht zu schwer machen. Dabei ist die Gans das absolute Gegenstück zum Kartoffelsalat, hier sind die richtig guten Weine gefragt. Zum Klassiker Gans passen halt die Klassiker wie Bordeaux, Barolo  oder auch Burgunder und Chianti immer noch am besten. Wer über Alternativen nachdenkt, sollte sich auf jeden Fall an gut strukturierte und gereifte Rotweine halten, die über genügend Säure verfügen, um dem Fett der Gans Paroli bieten zu können. Wer an dieser Stelle ein wenig auf das Portemonnaie achten will, sollte es mal mit dem Estro Negroamaro Primitivo Salento aus 2015 versuchen. Dieser Wein zeigt uns wunderbar ausgereifte Tannine und eine überwältigende Frucht – das sollte passen.

Käsefondue Festtags-Wein

Käsefondue: Kontrastprogramm im Glas

Immer wieder gern kommt auch ein Käsefondue auf den Weihnachtstisch. Das gemeinsame Essen um den Topf passt eben sehr gut zu familiären Großereignissen, beim Wein jedoch ist Vorsicht geboten. Zum eh schon schweren Käse darf kein ebenfalls schwerer Wein gereicht werden. Vielmehr verlangt es nach einem Wein, der frisch wirkt, um mit zurückhaltender Frucht und genügend Säure ein

en Gegenpart abzugeben. Das geht hervorragend mit Weißweinen wie einem Viognier, Chardonnay oder Sauvignon Blanc. Wer es besonders schweizerisch mag, nimmt natürlich einen Chasselas – oder besinnt sich auf den deutschen Namen dieser Rebsorte und stellt einen Gutedel auf den Tisch.

Ist eher ein Rotwein gewünscht, empfehle ich gleichfalls das Kontrastprogramm. Also eher die „leichteren“ Rebsorten, die sich mit Eleganz und Frische dem Käsefondue an die Seite stellen. Wir reden also von Pinot Noir respektive Spätburgunder, aber auch von einem klassischen Gamay aus dem Beaujolais.

Noch mehr Anregung: der Weihnachtskatalog der Weinfreunde

Wer meinen Empfehlungen folgen möchte, findet ausgewählte Vertreter der vorgeschlagenen Weine im aktuellen Weihnachtskatalog der Weinfreunde. Wer sich seine Lieblinge für die Festtage gar nicht selbst aussuchen will, findet darin auch fertige Weinpakete, mit denen man auf Nummer sicher gehen kann. Und nicht zu vergessen – aber ein Kapitel für sich – sind Sekt, Champagner & Co. Da darf es zu Weihnachten auch was Feineres sein, wie ein Crémant von der Loire, der Rasse und Finesse vereint. Ich persönlich denke da an den Bouvet-Ladubay, einen Crémant de Loire Réserve, der übrigens auch ein prima Geschenk abgibt. Dieses Prickeln hat bisher noch jedem gefallen.

Apropos Geschenke: Für jene Menschen, denen ich mit Wein die größte Freude mache, nutze ich meinen Einkauf gleich mit. Entweder um die besonderen Lieblinge meinen Freunde und Verwandten zu besorgen oder aber auch, um ihnen ein kleines Set meiner besonderen Essensweine für die Weihnachtstage zu kredenzen.

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