Viognier

Am 16. November 2022 · von Weinfreunde

Viognier ist eine Rebsorte, die lange Zeit praktisch nur im französischen Rhône-Tal angebaut wurde. Heute ist sie zu einer weltweit begehrten Rebsorte avanciert. Seine große aromatische Tiefe und muskulöse Struktur machen sie zu einem geschätzten Weißwein in der gehobenen Küche. Er wird zwar auch jung getrunken, doch bei entsprechendem Ausbau erbringt er auch Weine mit langer Lebensdauer.

Woher stammt die Rebsorte Viognier? Typisch für die Rhône

Zwischen Vienne im Norden und Avignon im Süden der Rhône wurde die Viognier Rebe über eine Strecke von 200 Kilometern angebaut. Aber mit der Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts wurden die einst großen Bestände fast vollständig vernichtet. Bis Ende der 1960er-Jahre war die Anbaufläche auf nur 14 Hektar geschrumpft. Doch dann erholte sich der Bestand langsam und wuchs in den letzten Jahren geradezu explosionsartig an. So verfünffachte sich die Anbaufläche von 1990 bis 2016 auf 16.000 Hektar weltweit. Heute spielt dieser Wein hauptsächlich an der Rhône eine zentrale Rolle – insbesondere als Bestandteil einer Weißwein-Cuvée. In der nördlichen Cru-Appellation Condrieu entsteht aus ihm ein besonders hochwertiger und langlebiger Weißwein, der sortenrein aus Viognier hergestellt wird. Doch auch in vielen anderen Ländern Europas sowie in Kalifornien, Südafrika und Australien werden Viognier Reben angebaut.

Woher stammt die Viognier Rebe?

Die Wiege von Viognier Weinen liegt an der nördlichen Rhône Frankreichs – entweder in Condrieu oder in Ampuis, die Forscher sind sich nicht gänzlich sicher. 1781 findet die Rebsorte hier zum ersten Mal schriftlich Erwähnung. In den Nord-Rhône Cru-Appellationen Condrieu und Château-Grillet ist die Viognier Rebe bis heute als einzige Sorte zugelassen. Diese Weine werden dort fast ausschließlich in kleinen Eichenholzfässern (Barriques) ausgebaut und erbringen weltweit gefragte Weißweine. Genetischen Analysen zufolge ist Viognier mit der Freisa Rebe eng verwandt, die vorwiegend im italienischen Piemont angebaut wird.

Die Viognier Rebe: Anspruchsvolles Schwergewicht

Die Viognier Rebe reift mittelspät und trägt dunkelgelbe, fast schon braune Trauben. Sie ist zwar nicht besonders ertragreich, dennoch reduzieren die meisten Winzer den Ertrag noch zusätzlich, sodass die Ernte-Ausbeute im Idealfall bei nicht mehr als 40 Hektoliter pro Hektar liegt. Am besten gedeiht sie auf kargen Böden – Kalkstein, Granit und Glimmer sind perfekt. Sie wächst vorzugsweise in Steillage und am liebsten windgeschützt. Durch den frühen Austrieb ist sie von Spätfrösten im Frühjahr bedroht. Zudem ist die Rebe recht anfällig für Echten Mehltau. Auch den Zeitpunkt der Ernte richtig zu bestimmen, kann eine Herausforderung sein, da die Trauben – zu spät geerntet – zu viel Säure abbauen. Kurzum: Der Anbau von Viognier ist anspruchsvoll, als Belohnung winkt aber ein aromatischer und besonders kraftvoller Weißwein.

So schmeckt der Wein

Viognier Wein zählt ohne Zweifel zu den aromatischsten Weißweinen überhaupt, vergleichbar vielleicht mit Muscadet oder Gewürztraminer. Im Glas ist er von einem dunklen Goldgelb und entfaltet sofort eine enorme Aromenfülle. Neben Pfirsich, Aprikose und Mango auch florale Noten von Veilchen oder Jasmin. Mit seinem hohen Alkoholgehalt liegt er voll und samtig im Mund, mit niedriger, aber gut ausbalancierter Säure.

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