Ganz in weiß: vier Weine für den Frühsommer

 

Die besten Frühlings- und Frühsommer-Weine sind Weißweine, meint unser Weinfreund Jürgen Overheid, und hat uns direkt mal seine persönliche „White List“ aufgeschrieben.

Meine hoch geschätzte Kollegin Dominique Groten hat jüngst Rosé zur Weinfarbe des Frühlings ausgerufen. Zugegeben, ich lasse mich gern für Wein jeglicher Couleur begeistern – solange es ein guter ist. Aber den Frühling und Frühsommer, liebe Leser und Weinfreunde, kann man doch nicht nur durch die rosarote Brille sehen und achtlos an den Weißweinen vorbeigehen! Deshalb möchte ich die Rosé-Empfehlungen meiner Kollegin noch um meine „White List“ ergänzen.

Knackig und direkt auf dem Punkt: Grüner Veltliner

Laessiger Frühlingswein

Ein Grüner Veltliner zählt für mich zu den Frühlings- und Frühsommerklassikern, denn mit seiner Leichtigkeit und Frische passt er perfekt zu den ersten warmen Tagen des Jahres. Dieser Grüne Veltliner erst recht: Was die Familie Edlmoser aus Maurer bei Wien da 2015 auf die Flasche gebracht hat, besticht mit wunderbarer Aromatik – sehr präsente Frucht, Birne, Ananas und Papaya – und kontrastiert sie mit Noten von Wiesenkräutern und nussigen Nuancen.

Mit seiner Frische und Frucht ist der „Laessige Grüne Veltliner“ bestens als Solotänzer geeignet. Er macht sich aber auch gut zu Meeresfrüchten oder Ziegenkäse. Meiner Meinung bestens für den Saisonstart auf Terrasse und Balkon geeignet.

Wenn schon, denn schon: Weißburgunder vom Kaiserstuhl

Düringer Frühlingswein

Ein Burgunder aus Baden kommt gleichfalls auf meine „White List“, und zwar ein Weißburgunder und kein Grauer. Da liegt der Gedanke an unseren Weinfreund Thomas Düringer bereits nah. Sein 2016er „Weißburgunder“ bringt das vulkanische Gestein des Kaiserstuhls in das Glas und paart es mit der schüchternen Aromatik des Weißburgunders. Dieser Wein will aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Er hat Struktur und Länge und macht sich daher gut zu Speisen, die mit Sahne zubereitet sind oder die sich durch kräftige Würznoten auszeichnen. Da hält der Weißburgunder locker mit.

Zudem bin ich nicht der einzige bekennende Düringer-Fan in der Runde. Auch die Sommelière und Master of Wine, Romana Echensperger, ist entschiedene Parteigängerin des Weißburgunders vom Kaiserstuhl, wie sie uns in einem Verkostungs-Video für die Weinfreunde erklärt.

Nicht ohne meinen Riesling: Wenn Säure Frische meint

Closheim Frühlingswein

Ohne Zweifel ist der Riesling die Parade-Rebsorte, wenn es um deutschen Weißwein geht. Maßgeblich prägen die Rieslinge von Rhein, Mosel und Nahe den internationalen Ruf des Weinlandes Deutschland. Grund genug, gleich zwei Rieslinge auf meine „White List“ zu nehmen und damit das weiße Frühlings-Quartett komplett zu machen.

Beiden Empfehlungen ist das typische Säure-Spiel des Rieslings gemeinsam, was ihnen die rechte Frische als Frühlingswein verleiht. Beim „Riesling vom Löss“ des Weinguts Closheim fällt diese Frische noch etwas spritziger aus, was durch die zarten Aromen von grünem Apfel und Zitrus sowie die mineralischen Anklänge perfekt begleitet wird. Ein Riesling zum Verlieben, den Anette Closheim aus Langenlonsheim an der Nahe für uns Weinfreunde gemacht hat. Der „Riesling vom Löss“ lädt zu weinseliger Zweisamkeit ein, er macht sich aber auch als Begleiter zu asiatisch inspirierten Gerichten gut.

Noch ein Riesling, noch einer von der Nahe

Meinhard Frühlingswein

Ein etwas fruchtbetonteres Riesling-Glanzstück liefert uns Steffen Meinhard – ebenfalls von der Nahe – mit seiner eigens für Weinfreunde aufgelegten „Riesling Edition“. Unser Winzer des Monats vom August 2016 auf versteht sein Handwerk: harmonisches Spiel von Süße und Säure, betörende Aromen von Pfirsich und Aprikose machen den „Riesling Edition“ zu einem saftigen, beerigen und dennoch trockenen Vertreter seiner Art.

Ich empfehle den „Edition“ als Einstieg in einen entspannenden Abend, gern solo und ohne begleitende Speise. Wer aber ohne Essen nicht kann, sollte es beispielsweise mit Geflügel oder auch Meeresfrüchten versuchen.

PS: Bitte unbedingt auf die richtige Trinktemperatur achten, denn auch der eleganteste Weißwein geht in die Knie, wenn er zu warm ins Glas kommt. Daher noch einmal der Hinweis: Um die 10 Grad Celsius dürfen es ruhig sein. Die Riesling und der Grüne Veltliner vielleicht sogar etwas kühler, hingegen sich der Weißburgunder auch noch bei 12 Grad gut präsentiert.

Mehr zum Thema richtige Weintemperatur finden Interessierte in unserer Rubrik Weinwissen.

 

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