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Mosel

Welche Bedeutung haben Mosel-Weine?

Das bis zum Jahr 2006 als Mosel-Saar-Ruwer und seitdem schlicht als Mosel bezeichnete Anbaugebiet ist das älteste seiner Art in Deutschland. In Rebflächen gemessen, reiht sich die Mosel hinter Rheinhessen, Pfalz, Baden und Württemberg erst auf Platz 5 unter den 13 deutschen Weinbaugebieten ein (Stand 2024). Betrachtet man jedoch das Renommee, das Moselweine nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch im Ausland genießen, müsste man die Region wohl an die Spitze setzen. Weißweine aus dem Moseltal werden heute in mehr als 100 Länder exportiert und genießen weltweit Kultstatus. Entscheidend geprägt ist die Weintradition an der Mosel durch den mineralischen Riesling, der an teils extremen Steilhängen auf schieferhaltigen Böden kultiviert und für sein einzigartiges Zusammenspiel von Süße und Säure hochgeschätzt wird.

Wo genau liegt die Weinregion Mosel?

Die geografische Lage der Region ist durch den gleichnamigen Fluss Mosel (lateinisch Mosella, gleichbedeutend mit Kleine Maas) definiert. Die Quelle der Mosel liegt in den Vogesen; auf ihrem Weg nach Deutschland durchströmt sie zunächst französisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet, bevor sie durch das Saarland, und dann auf der deutlich längeren Distanz durch Rheinland-Pfalz fließt, um schließlich bei Koblenz in den Rhein zu münden. Auf der deutschen Seite teilt sich der Fluss in drei Abschnitte: die Obermosel (teils Grenze zu Luxemburg), die Mittelmosel und die Untermosel, auch Terrassenmosel genannt. Weinrechtlich sind die Anbaugebiete in die Bereiche Burg Cochem, Bernkastel, Ruwer, Obermosel, Moseltal und Saar mit 19 Großlagen und 547 Einzellagen unterteilt. In den 125 Weinorten an der Mosel und ihren Zuflüssen Saar und Ruwer sind mehr als 5.000 Winzerbetriebe tätig, die rund 9.000 Hektar Rebflächen bewirtschaften und jährlich zwischen 600.000 und 700.000 Hektoliter Wein produzieren (Stand 2024).

Welche Faktoren begünstigen den Weinbau an der Mosel?

Zuvorderst ist es die Mosel selbst, genauer gesagt ist es der Flussverlauf. Auf die Fließstrecke von Trier bis nach Koblenz entfallen 195 Kilometer, obwohl die beiden Städte nur 96 Kilometer Luftlinie trennt. Folglich hat es die Mosel nicht besonders eilig in den Rhein zu fließen, sondern gestattet sich, auf dem Weg zum Deutschen Eck einige Umwege. Es ist genau dieser, geradezu mäandernde Flussverlauf, der den Weinbau an der Mosel seit jeher begünstigt. Durch die weit ausgreifenden Schleifen des Flusses finden sich im Moseltal zahlreiche Südhänge in direkter Flusslage und bilden dort seit jeher ein von der Sonne begünstigtes und dabei stetig gut belüftetes Terroir, das dank der Flussnähe im Sommer nicht zu heiß gerät und in kalten Wintern selten frostig kalt wird. Allen voran gilt dies für die emblematischen Steilhanglagen an der Mosel, wie für den Bremmer Calmont, der mit einer Hangneigung von beeindruckenden 65 Grad zu den weltweit steilsten Weinberglagen zählt.

Welcher Wein ist typisch für die Mosel?

Die Mosel ist eine Weißweinregion, nur knapp zehn Prozent der Weinbergsflächen sind mit roten Rebsorten bestockt. Wie bereits vorangestellt, kommt dem Riesling dabei eine herausragende Bedeutung zu, denn auf ihn entfallen fast zwei Drittel der regionalen Weinerzeugung. Es ist auch darum eine mehr als zulässige Vereinfachung, den typischen Moselwein in Gestalt eines Rieslings mit präsenter Schiefer-Mineralität zu beschreiben. Sie verleiht sowohl trocken, halbtrocken als auch süß bzw. edelsüß ausgebauten Moselweinen ihre prägnante, mithin fast unverwechselbare Identität. Natürlich haben sich auch die Winzer an der Mosel im Zeitverlauf den trockenen Standards anderer großer Weinnationen bzw. -regionen immer mehr zugewandt. Doch sind es historisch vor allem die edelsüßen Rieslinge, die Spätlesen, Auslesen, Beeren- und Trockenbeerenauslesen, die den Nimbus der Mosel begründet haben. Winzernamen wie Dr. Loosen, Van Volxem oder Nik Weis, Fritz Haag oder Egon Müller gelten rund um den Globus als Markenzeichen – nicht nur für beste Riesling-Qualitäten, sondern für deutsche Weißweine der Spitzenklasse schlechthin. Auch die nach zeitgenössischem Geschmack bisweilen kurios klingenden Bezeichnungen berühmter Einzellagen, wie etwa Piesporter Goldtröpfchen, Bernkasteler Doctor oder auch der legendäre Kröver Nacktarsch sind Teil des Moselaner Riesling-Kults, der Liebhaber auf der ganzen Welt vereint.

Welche Rebsorten werden in der Mosel angebaut?

Nach dem in der Region unangefochtenen herrschenden Riesling, kommt der Müller-Thurgau (Rivaner) immerhin noch auf rund 10 Prozent der Rebflächen und reiht sich so mit großem Abstand auf Platz zwei der Rangliste ein. Ihm folgen mit wiederum großer Distanz Elbling und Weißer Burgunder. Kerner und Chardonnay vervollständigen den weißen Rebspiegel, jedoch in verschwindend geringen Anteilen an der Gesamtproduktion. Spätburgunder und Dornfelder kommen zusammen auf rund 8 Prozent der Weinbergsflächen und repräsentieren damit den Löwenanteil roter Sorten, die an der Mosel nur eine sehr nachgeordnete Rolle spielen (alles Stand 2024).

Wie schmeckt ein Moselwein?

Die Frage nach dem Geschmack eines Moselweins führt wiederum, zuvorderst und zwangsläufig zum Charakter des Mosel-Rieslings. Typischerweise fällt dieser sehr frisch, intensiv fruchtig sowie betont mineralisch aus und präsentiert sich dabei stets auch mit lebhafter Säure. Aromen von grünem Apfel, Pfirsich und Limette lassen sich zumeist genauso klar identifizieren, wie der omnipräsente Eindruck von Schiefer mit seinem würzigen, teils rauchigen Charakter. Von diesen Gemeinsamkeiten abgesehen, ist das Geschmackserlebnis eines Mosel-Rieslings natürlich auch davon abhängig, ob er trocken, halbtrocken oder gar süß ausgebaut wurde. Eingeschworene Anhänger der edelsüßen Fraktion betonen indes gerne „wie wenig süß“ etwa eine Mosel-Auslese daherkommt, wenn sie voll ausgereift ist. Sie betonen vielmehr, dass die Süße nur ein Volumenverstärker für den Fruchteindruck sei, demzufolge die Säure und der mineralische Extrakt die eigentliche Faszination dieser Weine erst begreifbar machen. Eine eindeutig Mosel-spezifische Ausprägung des heimischen Müller-Thurgau, etwa im Vergleich zu Gewächsen aus Rheinhessen, lässt sich nur schwer ausmachen. Wer sich gleichwohl für ihn, anstatt für einen Mosel-Riesling entscheidet, findet einen Wein, der vergleichsweise milder, also weniger akzentuiert ins Glas kommt und dabei typischerweise moderate Muskattöne und Kräuternoten offenbart.

Moselwein online kaufen

In der westlichen Mitte Deutschlands gelegen, ist das Moseltal für viele Menschen bequem zu erreichen. Viele Mosel-Fans nehmen das zum Anlass, ihren Tropfen direkt vor Ort beim Winzer zu kaufen. Es geht jedoch noch bequemer – online bei Weinfreunde.de. Im Shop führen wir ein sorgfältig kuratiertes Sortiment – von Einstiegsweinen mit exzellentem Preis-Genuss-Verhältnis bis zum Großen Gewächs von Winzerlegenden wie van Volxem und Nik Weis. Mit nur wenigen Klicks kommt dein Lieblingswein von der Mosel binnen weniger Tage direkt vor die Haustür und von dort – ganz nach Belieben – direkt ins Glas.


 

 

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