Winzer des Monats März 2017: Christoph Hothum

Weingut Hothum – Pionier des Öko-Weinbaus

Das Bio-Weingut Hothum ist seit 5. Generationen in Familienbesitz. Ab dem 19. Jahrhundert hat die Familie Wein hergestellt. Einen der wichtigsten Schritte sind sie im Jahre 1989 gegangen, als sie sich dazu entschlossen haben, als einer der ersten eine Bio-Zertifizierung an zu streben. Somit gehört das Weingut Hothum zu den Pionieren des Ökoweinbaus. Der biologische Gedanke „immer im Einklang mit der Natur“ ist heute noch das oberste Leitprinzip der Winzerfamilie. Andreas und Christoph sind zurecht stolz auf ihre Weinkollektion und wir freuen uns, sie als authentisches Bioweingut präsentieren zu dürfen.

Andreas (l.) und Christoph (r.) Hothum betreiben das Familien-Weingut mit großen Erfolg in der 5. Generation.

Unter Weinfreunden – mit Christoph Hothum

Christoph, du bist leidenschaftlicher Bio-Winzer der ersten Stunde. Wie bist du zum Wein gekommen? Und was macht für dich die Faszination des Winzer-Berufs aus?

Wenn man in eine Winzerfamilie hineingeboren wird, kommt man am Wein schwer vorbei. Unsere Eltern haben es geschafft, uns die Leidenschaft für Wein mitzugeben. Es gibt wenige Berufe, die so abwechslungsreich sind. Die Natur gibt den Rhythmus vor. Die kreative Aufgabe, aus wertvollen Trauben einen guten Wein zu keltern, ist in jedem Jahr neu. Die Begeisterung für den eigenen Wein an viele Menschen weiterzugeben, das macht dann richtig Spaß.

Das Weingut Hothum zählt zu den Bio-Pionieren der deutschen Winzer-Szene. Was war der Grund schon vor über 25 Jahren auf Öko-Weinbau zu setzen?

Wir sind vier Geschwister zu hause. Als Winzerfamilie ist man in ständigem Kontakt mit dem Boden und den Weinreben. Also auch mit all den Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden, Pestiziden und synthetischen Düngemitteln. „Die Kinder mit gutem gewissen auf den Boden zu setzen, dass war die größte Motivation zur Umstellung auf ökologischen Weinbau!“: so erklärt es Regina Hothum.

Winzer sind traditionell sehr eng mit Ihrer Heimat verbunden. Können Sie beschreiben, wofür Rheinhessen steht?

Rheinhessen steht für Offenheit, Lebensfreude und Vielfalt. Vielfalt was die Menschen aber auch die Rebsorten betrifft, die hier angebaut werden. Angefangen bei Riesling, Silvaner und den Burgundersorten. Gefolgt von Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller und St. Laurent. Im nördlichen Rheinhessen herrschen sehr kalkhaltige Böden vor, was Weine mit klarer Sortentypizität bei sehr milder Säure hervorbringt.

Hast du ein persönliches Motto, eine Lebens- oder Arbeits-Philosophie, die du als Winzer verfolgst?

Wein wird nicht gemacht, sondern Wein wächst. Also liegt unser Fokus ganz klar auf der Arbeit im Weinberg. Hier ensteht die Qualität der Trauben, die durch viel Fingerspitzengefühl im Wein konserviert wird.

Welche Erfahrungen, positiv oder negativ, hast du in deiner Winzer-Karriere gemacht, die deine Arbeit als Winzer bis heute besonders nachhaltig beeinflussen?

Früher waren Winzer überwiegend Einzelkämpfer und haben sich untereinander neidig beäugt. Mittlerweile tauscht man sich aus und bildet Kooperationen dort wo es Sinn macht. Natürlich hat jeder Winzer seinen eigenen Stil und seine eigene Philosophie. Trotzdem hat uns das Miteinander weiter gebracht, wie das Gegeneinander der vergangenen Jahre.

Wein ist nicht gleich Wein – das weiß jeder Weinliebhaber. Doch was zeichnet einen guten Wein aus?

Um heute erfolgreich Wein zu vermarkten, wird ein hohes Qualitätsniveau vorausgesetzt. Diese Qualität kann man objektiv bewerten. Trotzdem ist guter Geschmack etwas sehr subjektives. Daher gibt es eine simple Regel was guten Wein ausmacht: Guter Wein muss schmecken – Punkt! Einem ganz persönlich und ganz individuell. Daher haben wir die Weine für die Weinfreunde ganz bewusst ausgewählt. Hier ist nämlich für vielfältige Geschmäcker etwas dabei. Ein zupackender Riesling vom Ur-Rheinkies mit langer Präsenz. Eine sanfte Burgundercuvée mit viel reifer Frucht und ein klassischer Pinot Noir. Hitzig, mit viel Cassis und dunkler Schokolade.

Was unterscheidet einen Bio-Wein von einem konventionellen Wein? Sind Bio-Weine per se die „bessern“ Weine?

Im ökologischen Weinbau liegt der Fokus auf einem lebendigem Boden und einem lebendigem Ökosystem im Weinberg. Nachhaltigkeit wurde bei uns schon groß geschrieben, bevor dieses Wort in aller Munde war. Die Qualität eines Weines wird maßgeblich von der Arbeit im Weinberg und dem handwerklichen Geschick des Winzers beeinflusst. Daher kann man nicht generell sagen, dass Bio-Wein besser ist wie konventioneller. Aufgrund der Wirtschaftsweise kann man jedoch sagen, dass Bio-Wein bekömmlicher ist.

Was macht deine Weine so besonders? Warum sollten Weinliebhaber diese Tropfen nicht entgehen lassen?

Als Weinliebhaber ist man immer auf der Suche nach etwas Neuem, nach dem besonderen Geschmack. Wir sind ein klassischer Familienbetrieb mit eher geringem Bekanntheitsgrad aus dem nördlichen Rheinhessen. Wir pflegen unseren eigenen individuellen Stil und produzieren Bioweine mit viel Gespür und Fingerspitzengefühl. Präzise und klar mit viel Trinkfluss.

Gibt es aktuelle Trends/Entwicklungen in der Welt des Weins, die du als Winzer verfolgst und deine Arbeit beeinflussen?

Wir wollen individuelle Weine erzeugen, die unsere Handschrift tragen. Sie sollen die Herkunft und das Klima eines Jahrgangs klar widerspiegeln. Ob man das einen Trend nennen kann, weiß ich nicht. Aber das treibt uns an.

Was bedeutet für dich Genuss?

In angenehmer Gesellschaft bei einem Glas lebendigem Weißwein in unserem gemütlichen Winzerhof Gott einen guten Mann sein lassen. Das ist für mich Genuss.

Kannst du uns ein typisches, regionales Gericht nennen, das mit einem deiner Weine bei aus dem Weinfreunde-Sortiment besonders gut harmoniert?

Wir hatten einen langen Winter und alle freuen sich auf den Frühling. Ich liebe die Frühlingsküche mit all den frischen Zutaten. Besonders mag ich den Rheinhessischen Spargel in allen Variationen. Dazu passt der 2016er Weißburgunder/Grauburgunder ganz hervorragend.

 

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