Biowein: immer beliebter, immer besser

Unsere Weinfreund Sven Reinbold findet Biowein gut und guten Biowein am besten. Dass er damit nicht alleine ist, zeigt eine aktuelle Studie.

Biowein ist längst kein einfacher Trend mehr. Biowein ist eine Selbstverständlichkeit geworden, der insbesondere deutsche Weinfreunde in ständig wachsendem Maße nachkommen. Klar ist, dass ein Bio-Siegel per se kein Nachweis für Weinqualität ist. (Mehr dazu im Beitrag „Sind Bioweine immer gute Weine?“) Was diese Weine allerdings auszeichnet, ist eine umweltschonende Arbeit im Weinberg und im Keller. So ist beispielsweise die Verwendung von Herbiziden und Pestiziden verboten. Andere Stoffe wie das im Weinberg eingesetzte Kupfer oder Schwefel im Wein unterliegen einer strengen Mengenbegrenzung. Zudem signalisiert das europäische Bio-Siegel uns Weinfreunden, dass unabhängige Institutionen die Einhaltung der Vorschriften regelmäßig kontrollieren.

Aber die in den vergangenen zehn Jahren gewonnene Expertise und Erfahrung in der Herstellung von Bioweinen hat die Winzer allerorten auch an der Qualitätsschraube drehen lassen. Nicht zuletzt die wachsende Nachfrage stellt einen weiteren Ansporn für die Produzenten dar. Anfang dieses Jahres traf sich die Branche auf der Millésime Bio im südfranzösischen Montpellier. Die weltweit wichtigste Messe für Bioweine veröffentlichte aus diesem Anlass neue Zahlen zur internationalen Bedeutung von Biowein.

Da der Weinfreunde-Shop mit Bioweinen gut bestückt ist und die Weine sich großer Beliebtheit erfreuen, kurz ein paar aktuelle Hintergrundinfos zum Thema Weine aus biologischem Anbau.

Bioweine werden immer beliebter

Die steigende Nachfrage nach Bioweinen treibt die Qualität ordentlich nach oben.

Wie groß ist die Rebfläche, auf der Biowein wächst?

Der Anteil von Bio-Rebflächen an der weltweiten Gesamtfläche fällt immer noch gering aus. Rund 436.000 Hektar waren im Jahr 2018 als biologisch bewirtschaftete Fläche registriert. Das sind weniger als fünf Prozent der Gesamtfläche. Aber um die Vorstellung zu schärfen: Diese Fläche entspricht in etwa vier Mal den Rebflächen aller deutschen Weinbaugebiete.

Diese Menge muss also nicht klein geredet werden, hat sich die Bio-Rebfläche insgesamt doch seit dem Jahr 2007 mehr als verdreifacht. Da die Umstellung auf den biologischen Anbau sich über mehrere Jahre erstreckt, bevor sie mit einer Zertifizierung erfolgreich endet, wissen wir bereits heute, dass die Rebfläche in den kommenden Jahren weiter deutlich anwachsen wird.

Bio Anbaufläche

Längst kein Trend mehr: Seit 2007 hat sich die Bio-Anbaufläche mehr als verdreifacht.

Woher kommt der Biowein?

Die Herstellung von Biowein ist eine europäische Domäne. Allein die drei Nationen Spanien, Frankreich und Italien stehen für über 70 Prozent der weltweiten Produktion. Das Weinland, das besonders hervorsticht, ist Spanien. Es folgen mit Abstand Italien und Frankreich. Wohlgemerkt, nur 30 Prozent aller Bioweine stammen nicht aus diesen drei Ländern der „alten“ Weinwelt.

Wer trinkt den Biowein?

Insgesamt reden wir über 676 Millionen Flaschen, die 2017 weltweit ihre Käufer fanden: übrigens fast doppelt so viel wie noch fünf Jahre zuvor. Sind es bei den Herstellern die Spanier, die die erste Geige spielen, geben bei den Konsumenten die deutschen Weinfreunde den Ton an. Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Markt für Bioweine. Etwa 24 Prozent, also nahezu ein Viertel der gesamten Produktion, finden den Weg in deutsche Gläser. Die Deutschen und der Biowein – das ist mehr als nur eine heimliche Liebe.

Deutschland ist Bioverrückt

Die deutschen Weintrinker sin Bio-Fans! Fast ein Viertel aller produzierten Flachen werden in Deutschland genossen.

Um die Bedeutung des deutschen Bioweinmarkts durch eigenes Zutun zu unterstreichen, drei Empfehlungen aus den drei wichtigsten Herstellernationen.

Spanien

Mundo de Yuntero blanco (Bio) 2018
Sommerfruchtig und spritzig-frisch
Jesús del Perdón
Mundo de Yuntero blanco (Bio) 2018

Aus der Heimat des Don Quijote stammt dieser Rotwein, der mit beerig-schkoladigem Temperament den perfekten Grillwein ins Glas bringt. Eine Cuvée aus den beliebten Rebsorten Tempranillo, Merlot und Syrah, die mit einer zarten Würze und Noten von Kirsche und Himbeere bezaubert. Ein echter Easy to drink-Biowein.

Italien

Morellino di Scansano (Bio) 2016
Elegant, Vielschichtig und fruchtig
Azienda Agricola Poggio Nibbiale
Morellino di Scansano (Bio) 2016

Wer noch einen Beweis dafür benötigt, dass es ganz ausgezeichnete Bioweine gibt, die mit klassischer Eleganz und Komplexität punkten, darf sich vertrauensvoll diesem DOCG aus der toskanischen Maremma zuwenden. Wunderbare Fruchtaromen und dezente Noten der Reife im Fass finden ausgewogen zueinander. Die bereits weichen Tanninen sorgen für gute Länge und schmeichelnde Komplexität.

Frankreich

Plume Grenache & Syrah 2015
modern, leicht und voller frucht
Domaine la Colombette
Plume Grenache & Syrah 2015

Das Languedoc ist bekannt für seinen hohen Anteil an Bioweinen und darf deshalb bei den Empfehlungen nicht fehlen. Mit dem typischen Rebsorten-Mix aus Grenache und Syrah kredenzt der Plume einen ganzen Strauß aus Fruchtanklängen: Kirsche, Brombeere, Himbeere. Federleicht zieht er daher und leistet gut gekühlt an lauen Sommerabenden vergnügliche Dienste.

Deutschland

Bio or Bust Grauburgunder trocken (Bio) 2017
fruchtig-samtiger Grauburgunder
Hothum
Bio or Bust Grauburgunder trocken (Bio) 2017

Zum Abschluss unserer Bio-Empfehlungen möchte ich Ihnen noch einen Wein aus Deutschen Landen ans Herz legen. Dieser sanfte Bio-Grauburgunder vom rheinhessischen Traditionsweingut Hohtum überzeugt mit seinem fruchtig-frischem Charakter und feinen mineralischen Aroma. Dieser reinsortige Grauburgunder duftet nach reifem Obst und Zitrusfrüchten. Ein wahres Meisterwerk von Deutschlands Öko-Pionier.

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