Friulano

Friulano ist der neue Name für die ehemals als Tocai bekannte weiße Rebsorte aus dem norditalienischen Friaul. Sie wurde 2007 durch einen Entscheidung der Europäischen Union in Friulano umbenannt, nachdem sie vorher als Tocai Friulano firmierte. Der Grund für die Namensänderung liegt in einem langen Rechtsstreit zwischen Ungarn und Italien. Kern der Auseinandersetzung war die Verwechslungsgefahr des italienischen Tocais mit dem ungarischen Tokajerwein aus der Weinsorte Furmint. Die EU entschied zugunsten Ungarns: Die Italiener mussten ihre Rebsorte umbenennen. In Ermangelung besserer Alternativen nannte man sie dann kurzerhand eben Friulano.

Weit verbreitete Rebsorte

Friulano wird gern als einheimische, sprich autochthone Rebsorte Italiens bezeichnet. Eigentlich ist sie das aber nicht. Denn genetische Untersuchungen haben ergeben, dass die Rebsorte mit der französischen Sauvignonasse oder Sauvignon vert identisch ist, die ihre Wurzeln im französischen Südwesten hat. In Frankreich war sie jedoch nie weit verbreitet. Dafür findet man sie aber schon seit dem frühen 19. Jahrhundert in Norditalien sowie in vielen anderen Ländern rund um den Globus wie Slowenien, Russland, Argentinien oder auch Chile. In Venetien heißt die Rebsorte im Übrigen seit der erzwungenen Namensänderung oft nur noch Tai. In Slowenien nennen die Winzer sie Sauvignonasse oder geben ihr Fantasienamen. Derzeit kursieren zahlreiche Synonyme für die Rebsorte.

Friulano: Blumiger Wein

Reinsortig ausgebaut besitzen die blumigen Weißweine aus den Friulano-Trauben in der Regel einen hohen Alkoholgehalt und schimmern stroh- bis goldgelb im Glas. Italienische Winzer vinifizieren sie sowohl trocken als auch süß. Die qualitativ hochwertigeren Friulano-Tropfen gehören jedoch meist zu den Süßweinen. Trockene Friulano-Weine sind nicht selten frische, jung zu trinkende Alltagsweine mit milder Säure und einem zarten Aromenspiel aus Akazien- oder Mandelblüten, Heu, Kräutern, Zitrusfrüchten und Apfel. Aber auch gehaltvollere und langlebigere Weißweine keltern die Winzer des Friaul aus ihrem Friulano. Manche bauen den Wein auch im Holzfass aus. Genossen werden die Tropfen gern als Aperitif oder als Essensbegleiter zu italienischen Antipasti. Meeresfrüchten oder Käse.

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