Weinland Argentinien

Argentinien ist der größte Weinproduzent in Südamerika. Bis vor 20 Jahren ging es hier vor allem um die massenhafte Produktion einfacher Tafelweine für den lokalen Markt. Doch seit den 1990er Jahren sind die argentinischen Winzer bemüht, immer mehr hochwertige Qualitätsweine zu erzeugen. Daher ist heute die Spanne von einfachen Weinen und exzellenten Jahrgängen sehr breit. Argentinien kann ebenso wie viele europäische Länder auf eine lange Tradition des Weinbaus zurückblicken. Seit der Zeit der spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert wachsen Reben in den Höhen des Landes.

Argentinien: Qualitätsweine mit kontrollierter Herkunft

Als erster Winzer gilt der spanische Missionar und Priester Juan Cidrón, der für seine Gemeinde eigens den Messwein herstellte. Historiker vermuten, dass der spanische Weinbau in Argentinien nur möglich war, da die Inka bereits eine beträchtliche Vorarbeit leisteten. Ihre ausgeklügelten Bewässerungssysteme sorgten dafür, dass die sonst sehr trockenen Böden fruchtbar wurden. Heute werden etwa 220.000 Hektar Land für den Weinanbau in Argentinien verwendet. Somit können jährlich 14 Millionen Hektoliter Wein produziert und verkauft werden. Das entspricht 5 Prozent der weltweiten Weinproduktion. Doch die argentinischen Winzer beweisen in letzter Zeit zunehmend, dass sie hochwertige Weine hervorbringen können. Deshalb wurde auch ein System basierend auf Herkunftsbezeichnungen eingeführt, um qualitativen Anbau zu fördern und kontrollieren zu können. Qualitätsweine mit kontrollierter Herkunft und traditioneller Herstellung erhalten daher heute das Sigel DOC (ähnlich dem französischen AOC). Und die ersten Anzeichen argentinischer Spitzenweine sind bereits erkennbar. Insbesondere die rote Sorte Malbec bringt Rotweine hervor, die ein internationales Niveau erreicht haben. Die Tendenz ist steigend.

Rosa Sorten: eine Besonderheit des argentinischen Weinbaus

Der argentinische Weinbau konzentriert sich vor allem auf die Region Mendoza, das größte Weinbaugebiet des Landes. Hier sorgen gutes Klima und exzellenter Boden für elegante und vielseitige Weine. Mendoza liegt in der Großregion Cuyo, die 92% der argentinischen Weinproduktion stellt. Die zergliederten Rebflächen des Landes erstrecken sich von Salta im Norden bis zur Provinz Chubut im Süden entlang der westlichen Ausläufer der Anden. Die Nähe zum Gebirge sorgt für ausreichende Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht, um einzigartige Weine zu produzieren. Auch die Höhe von 600-1.700m mindert die Tageshitze ab. Argentinien besitzt damit auch die höchsten Weinberge der Welt. Die geringen Niederschlagsmengen machen allerdings eine aufwendige künstliche Bewässerung notwendig. Ein ständiges Problem sind auch Hagelschauer, die die Reben zerstören können. Eine Besonderheit des argentinischen Weinbaus sind die Rosa Sorten, deren Trauben weder weiß noch rot erscheinen. In Europa werden die Sorten entsprechend ihrem Endprodukt zugeordnet, so gilt der Gewürztraminer als Weißwein und Grenache ist eine rote Sorte. Doch in Argentinien bezeichnet man diese Sorten als rosa. Hierzu gehören auch der Weißburgunder oder der Sauvignon Rose. Im Allgemeinen ist jedoch ein Trend zu europäischen Rotweinen erkennbar. Deshalb werden gerne Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah angebaut. Für argentinische Weißweine hingegen, verwenden die Winzer am Liebsten Chenin, Chardonnay oder Sauvignon Blanc. Der Umschwung zu Qualitätsreben ist noch immer im Gange, weshalb ständig mit neuen Rebsorten und Anbaugebieten experimentiert wird.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
0 Bewertungen