Winzer des Monats: Cellier des Princes

Unser Winzer des Monats Januar: Cellier des Princes ist ein Zusammenschluss einer Gruppe von Winzern im südfranzösischen Rhône-Tal, die Weine höchster Qualität produzieren. Genau diese Winzer waren an der Gründung des Weinbaugebiets Châteauneuf-du-Pape beteiligt, eine Appellation, die bis heute legendäre Weine von herausragender Qualität hervorbringt. Der talentierte Winemaker Thierry Ferlay leitet derzeit den Winzer-Zusammenschluss und sorgt seit neun Jahren für ein stetig steigendes Qualitätsniveau. 2019 wurde Cellier des Princes ausgewählt als eine der besten Winzergenossenschaften Frankreichs.

Im Interview beantwortet Thierry Ferlay unsere Fragen zu den hervorragenden Weinen von Cellier des Princes und inwiefern die Gegend so charakteristisch ist für den unverwechselbaren Geschmack ihrer Weine. Hier das kurze und prägnante Interview, viel Spaß!

Weinfreunde in Deutschland verbinden mit Côtes-du-Rhône einen wahren Sehnsuchtsort, an dem jeder nach seinem Geschmack und seinen Vorlieben den richtigen Wein findet. Können Sie sich dieser Meinung anschließen?

„Ja, dank der Vielfalt des Terroirs und seiner Assemblage. Unsere Weinstöcke werden auf unterschiedlichen Böden angepflanzt: Dichte Schichten mit “galets roulés“ (rostbraunen oder cremefarbenen Kieselsteinen) für die Konzentration, heiße und trockene Sandböden für die Struktur und die Gewürze, und steinige Kalkböden für die Mineralität und die Feinheit bieten ein breites und abwechslungsreiches Angebot an Châteauneuf-du-Pape. Unsere Produzenten besitzen häufig sowohl Weinstöcke im Châteauneuf-du-Pape und der Côtes du Rhône, die direkt nebeneinander liegen.“

Aus Sicht eines großen Weinherstellers ist die große Vielfalt der südlichen Rhône eine große Chance, aber auch Herausforderung. In welchen Appellationen ist Cellier des Princes zuhause?

„Zu den Crus zählen Châteauneuf du Pape, Gigondas, Vacqueyras und Cairanne. Unter den Appellationen findet man Côte du Rhône Villages Valréas, Plan de Dieu, Côtes du Rhône und AOC  Ventoux Domaine.“

Châteauneuf-du-Pape La Chasse des Princes 2017
Cellier Des Princes
Châteauneuf-du-Pape La Chasse des Princes 2017

Châteauneuf-du-Pape ist ohne Zweifel die bekannteste – und mutmaßlich auch die beste – Appellation an der südlichen Rhône. Was macht die Weine mit der Papst-Mitra auf der Flasche im Allgemeinen und den „Chasse des Princes“ im Besonderen so einzigartig?

„Ein einzigartiges Terroir mit oft gerollten Kieselböden, die die Wurzeln in der Nacht erhitzen und eine doppelte Reifung der Trauben ermöglichen. Durch die ausschließlich manuelle Weinlese ist eine Auswahl der schönsten Trauben möglich, die einen fruchtig, eleganten und mit feinen Tanninen unterlegten Ausdruck ermöglichen. Grund dafür ist unter anderem das warme und windige Terroir von Châteauneuf du Pape. Ebenso wichtig ist die jahrhundertelange Erfahrung in der Herstellung und Assemblage von Weinen der Cellier des Princes (Gründung 1925), die seit 2017 in Partnerschaft mit Philippe Cambie entstehen, einer wahre Wein-Legende und einem Spezialisten für Grenache, der 2010 sogar zum besten Önologen der Welt gewählt wurde.“

Denken wir an andere Cru-Lagen wie Gigondas und Vacqueiras, aber auch an die „einfachen“ Côtes-du-Rhône. Welche drei Weine aus Ihrem Haus empfehlen Sie als Einführung in die Weinregion?

„Da fallen mir sofort folgende Weine ein: Côtes du Rhône Heredita, Gigondas La Chasse des Princes, Châteauneuf du Pape La Chasse des Princes.“

Côtes-du-Rhône Hérédita 2017
Cellier Des Princes
Côtes-du-Rhône Hérédita 2017

Der gemeinsame Nenner dieser Weine ist …? Wie lässt sich die Philosophie von Cellier des Princes zusammenfassen?

„Hier gilt das Motto: „Tradition neu erfinden“. Respekt für alte Werte und die Beherrschung der modernsten und effizientesten Techniken im Dienst der Qualität.“

Seit drei Jahren arbeiten Sie mit Philippe Cambie zusammen, der bereits 2010 von Robert Parker zum „Winemaker of the Year“ geadelt wurde. Was macht Cambie anders und besser?

„Seine perfekte Kenntnis der Terroirs von Châteauneuf-du-Pape, seine einzigartige Erfahrung in der Weinbereitung von Rebsorten aus der Appellation, aber auch seine persönlichen Qualitäten: hoher Standard, Offenheit für die Welt der Weine und für neue Technologien, Wissbegier und Bescheidenheit.“

Jeder Jahrgang unterscheidet sich, das haben wir verstanden. Aber wie macht sich der Klimawandel in der Region bemerkbar? Was beobachten Sie und wie reagiert Cellier des Princes darauf?

„Das Klima wird wärmer, aber Grenache ist eine der Rebsorten, die sich am besten für diese Hitze eignet und unser Weinberg besteht hauptsächlich aus Grenache. Darüber hinaus werden Studien durchgeführt, um neue Rebsorten zu identifizieren und zu erfassen, die an die globale Erwärmung angepasst sind. Zusätzlich hat Châteauneuf-du-Pape den Vorteil, dass bereits 13 Rebsorten in der Appellation zugelassen sind.“

Unsere Leser fragen immer wieder, ob sie Hersteller wie Cellier des Princes auch besuchen können? 

„Natürlich, wir würden uns sehr über ihren Besuch freuen. Wir empfangen bereits jedes Jahr rund 45.000 Weinliebhaber in unserer Genossenschaftskellerei, die nur wenige Kilometer von der Stadt Orange entfernt liegt. Selbstverständlich können unsere Weine direkt vor Ort verkostet und gekauft werden.“

Als „Winzer des Monats“ hat Cellier des Princes selbstverständlich das letzte Wort. Was möchten Sie deutschen Weinfreunden noch mit auf den Weg geben?

„In Bezug auf Weine glauben wir, dass wir auf die Konsumenten achten müssen. Jeder Weinliebhaber ist anders, einige lassen sich von kräftigen, robusten Weinen verführen, andere von Finesse und  fruchtiger Eleganz … wir haben das Glück durch eine breite Palette, deren Höhepunkt eindeutig Châteauneuf ist, diese Erwartungen auch zu erfüllen. Der „Côte du Rhône Heredita“ mit seiner unvergleichlichen Fruchtigkeit und der Cru der stärkeren „La Chasse du Prince“-Reihe bieten wir eine interessante Geschmackspalette.“

Gigondas La Chasse des Princes 2016
Cellier Des Princes
Gigondas La Chasse des Princes 2016

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