Rueda - Spaniens Star unter den Weißweinen

Spaniens Star unter den Weißweinen


Sie suchen den richtigen Sommerwein? Ein Blick in das spanische Kastilien-León, 200 Kilometer nördlich von Madrid, lohnt sich. Dort hat die kontrollierte Herkunftsbezeichnung D.O. Rueda ihren Sitz. Im gleichnamigen Städtchen sitzt der Kontrollrat des Anbaugebiets, das Weißweine keltert, die immer beliebter werden. Der Erfolg trägt einen Namen – Verdejo aus Rueda.

Weißweine? Sie haben richtig gelesen. Denkt man an die Iberische Halbinsel, verbindet man diese – neben Sonne, Strand und Meer – vor allem mit Rotweinen. Doch was viele nicht wissen: Das spanische Klima bietet auch ideale Bedingungen für fruchtig-frische Weißweine. Die Weine der D.O. Rueda sind der Maßstab für Weißweine in Spanien.

Das Anbaugebiet

Rueda

Über nunmehr 1.000 Jahre ist die Verdejo schon im Anbauregion in Kastilien-León angesiedelt. Zwar gibt es keine schriftlichen Quellen, jedoch soll der Ursprung im 11. Jahrhundert liegen. Zur Regentschaft von König Alfons I und nach dem Rückzug der Mauren, begann die Besiedelung des Duero-Beckens. In diesem Zeitraum soll auch die Anpflanzung der Traube entlang des Flusses begonnen haben. Spezialisten sind sich sicher, dass die Rebe aus Afrika kommt, woher die Mozaraber – unter islamischer Herrschaft lebende Christen – sie mitgebracht haben. In einigen Gebieten der D.O. Rueda findet man ganz besondere, wurzelechte Raritäten: Rebstöcke die 100 Jahre und älter sind und den Befall der Reblaus nahezu schadlos überstanden haben. In den letzten 30 Jahren ist aus der eher zweitrangigen Verdejo-Rebsorte die wichtigste Weißwein-Traube Spaniens geworden. Fast der gesamte Bestand konzentriert sich heutzutage auf die Anbauregion mit dem gleichnamigen Städtchen Rueda als Mittelpunkt. Die D.O. Rueda, 1980 gegründet, ist Spaniens einzige reine Weißweinregion. Das Gebiet liegt etwa zwei Stunden nördlich der Hauptstadt Madrid und umfasst ca. 13.000 Hektar Rebfläche und 74 Ortschaften in der Region Kastilien-León, zwischen Valladolid im Norden, Segovia im Süden und Ávila im Westen.

Die Verdejo-Traube als Alleinstellungsmerkmal

Rueda Verdejo

Einzig im Anbaugebiet der D.O. Rueda entfaltet die Verdejo-Traube ihre charakteristischen Züge. Die kleinen Trauben haben im reifen Zustand einen goldenen Ton. Der typische fruchtige Stil mit frischen Aromen von Zitrus- und exotischen Früchten, Nuancen von Anis und dezenten Kräuternoten steht auch international für modernen Weinbau in Spanien. Weißweine aus Rueda mit ihrem guten Preis-Genuss-Verhältnis erfreuen sich daher wachsender Beliebtheit bei deutschen Weinfreunden. Kein Wunder, denn die Weine sind der perfekte Sommerbegleiter. Wer also den idealen Sommerwein für das Grillen auf der Terrasse, das Lagerfeuer mit Freunden am See oder einen Begleiter zu hellem Fleisch, Fisch, Salaten oder Gemüsegerichten sucht, ist mit den Weinen der D.O. Rueda bestens bedient. Rueda passt immer!

Qualitätsstufen der D.O. Rueda

Kontrollrat

Der Kontrollrat („Consejo Regulador“) wacht über die Qualität der in der Appellation angebauten weißen Rebsorten Verdejo, Sauvignon Blanc, Viura oder Palomino Fino – letztere beiden werden nur in Cuvées verarbeitet – und der daraus erzeugten Weine. So müssen in einem „Rueda Verdejo“ mindestens 85% Verdejo enthalten sein, diese werden aber oft auch sortenrein produziert. Für einen einfachen „Rueda“ gilt: mindestens 50 Prozent Verdejo. Hier tritt die Aromatik der Verdejo-Traube etwas in den Hintergrund, so dass diese Tropfen eher mild, frisch und weniger blumig ausfallen. Weine vom Typ „Rueda Sauvignon Blanc“ müssen analog zum Rueda Verdejo mindestens 85 Prozent aus Sauvignon Blanc bestehen und sind bekannt für ihre intensiven exotischen Aromen. Darüber hinaus werden in der D.O. Rueda „Espumosos“ produziert, Schaumweine, die mit der traditionellen Methode der zweiten Flaschengärung hergestellt werden und mindestens 9 Monate auf der Hefe reifen. Ein traditioneller Wein, der in den letzten Jahren wieder an Popularität gewonnen hat, ist der „Rueda Dorado“, ein aufgespriteter Wein, der in oxidativer Reifung in Glasballons erzeugt wird und dann mindesten zwei Jahre im großen Fass heranreift. Zu den Besonderheiten der D.O. Rueda zählen ebenfalls die auf der Hefe gelagerten sowie die im Barrique ausgebauten Weine.

Extremes Klima als Unterstützung

Rueda Böden

Gelegen auf einer Hochebene nördlich von Madrid, ca. 700 bis 850 Metern über dem Meeresspiegel, sind die Weinberge einem extremen kontinentalen Klima ausgesetzt: lange und kalte Winter, kurzes Frühjahr mit Nachtfrösten, trockene und heiße Sommer mit plötzlichen Unwettern. Aufgrund dieser klimatischen Bedingungen sind die Rebstöcke gezwungen, den Wasserbedarf über ihre Wurzeln aus tiefen Erdschichten zu decken.

Die Trauben reifen unter diesen Voraussetzungen langsam und erst spät, so geschieht der Rebschnitt erst um März/April herum. Es fallen nur etwa 300-500mm Niederschlag im gesamten Jahr (in Hamburg sind es ca. 800mm). Hinzu kommen starke Temperaturschwankungen von bis zu +/-25° Celsius zwischen Tag und Nacht. Diese Bedingungen sind die Grundlage für ein stabiles Säuregerüst und für eine perfekte Balance zwischen Zuckergehalt der Trauben, der durch die Sonneneinstrahlung entsteht und Säure, die aufgrund der kühlen Nächte bestehen bleibt.

Unterschiedliches Terroir

Rueda Böden

Die Böden der D.O. Rueda sind im Norden steinig, karg und auf der obersten Ebene dicht mit Kieseln bedeckt, ein Relikt der letzten Eiszeit, als sich der Fluss Duero bis hierhin ausdehnte und die Gegend von einer Eisschicht bedeckt wurde. Dieser Untergrund wird im Spanischen „Cascajoso“ genannt, was so viel heißt wie Schotter. Im Süden der D.O. Rueda gibt es eher Granitböden, die von einer Sandschicht bedeckt sind. Deshalb haben die Weine der südlichen D.O. Rueda einen etwas anderen, mineralischeren Charakter.

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