Champagne

Der Champagner gilt als König der Schaumweine und als Inbegriff prickelnden Vergnügens auf höchstem Niveau. Der Name des Nobelschaumweins leitet sich von seiner Heimatregion, der Champagne, ab. Bereits die Römer bauten an den Flüssen Marne und Seine Wein an, doch die Bedeutung als Top-Appellation für moussierende Weine, sprich den uns heute bekannten Champagner, entwickelte sich erst im 17. Jahrhundert mit dem berühmten Dom Perignon und seinem Kellermeister Jean Oudart. Mehr über die Geschichte und vor allem die Herstellung bietet der Magazin-Beitrag „Champagner: Willkommen in einer anderen Welt“.

Champagne ist nicht gleich Champagne

Nur der Ordnung halber ist zu erwähnen, dass die historische Region Champagne und die heutige politisch-administrative Region Champagne-Ardennes nicht deckungsgleich mit der Appellation Champagne sind. Die AOP Champagne verteilt sich nämlich über insgesamt fünf Departements und rund 300 Gemeinden. Unterteilt ist die gesamte Appellation in die vier Regionen Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs und Côte des Bar. Die Champagne ist das nördlichste Weinbaugebiet Frankreichs. Alle Rebflächen liegen zwischen 48 Grad und 49,5 Grad nördlicher Breite.

Champagne

Die Champagne verfügt über fünf Departements und circa 300 Gemeinden. Eine Besonderheit in der Champagne sind die Böden.

Das Klima der Champagne ist teilweise kontinental geprägt, was der Region die ausreichend warmen Sommer einbringt, dafür im Frühjahr aber auch eine besonders hohe Frostgefahr. Der maritime, atlantische Einfluss sorgt dagegen für die notwendigen Niederschläge. Was direkt zu einer weiteren Besonderheit der Champagne führt, ihren außergewöhnlichen Böden.

Kalk und Kreide prägen die Champagne

Der Untergrund der Böden besteht fast ausschließlich aus Kalkgestein. Auch die Auflage der Böden ist sehr geprägt vom Kalkstein und seinen Verwandten dem Mergel und vor allem dem Kreidegestein. Diese Gesteinsarten führen das Wasser verlässlich ab und speichern es gleichzeitig in tiefer gelegenen Schichten. In manchen Gebieten der Champagne finden sich auch Böden mit Anteilen von Lehm, Ton und Sand. Im Zusammenspiel mit dem Klima der Champagne sorgen die auch als „kühl“ bezeichneten Böden für eine langsame Reife, die in den Trauben die Säure und frische und feinere Fruchtaromen betont. Zudem sorgen sie für die typische Mineralität im Nobelschaumwein. Mehr über den Einfluss des Bodens auf den Wein – oder Schaumwein – verrät der Beitrag „Eine Frage des Bodens“.

Das Rebsorten-Trio der Champagner

Die für Champagner zugelassenen Rebsorten sind Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay sowie Arbanne, Petit Meslier, Pinot Blanc und Pinot Gris. Tatsächlichen entfallen nahezu 100 Prozent der Rebflächen auf das prestigeträchtige Trio aus Pinot Noir (Spätburgunder), Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Chardonnay. In diesem Zusammenhang ist noch der Hinweis auf das Blanc de Noirs Verfahren wichtig, mit dem weiße Grundweine aus roten Rebsorten erzeugt werden – gleichfalls eine Erfindung der Champagne.

Klein, aber oho – die Weinregion Champagne

Mit etwa 34.000 Hektar zählt die Champagne zu den kleineren Appellationen Frankreichs, aber auch zu den kostbarsten. Dies erklärt gleich mit, warum in den vergangenen Jahrzehnten, genauer seit 1927, als der Umfang des Anbaugebiets erstmals fixiert wurde, kaum Rebflächen hinzugekommen sind. Man achtet halt auf seine Exklusivität. Dafür sorgen auch die meist in Reims oder Epernay beheimateten großen Champagnerhäuser wie Moët & Chandon, Veuve Clicquot oder Krug, Ruinart, Dom Pérignon oder Laurent-Perrier – um nur einige zu nennen. Schließlich ist die Champagne ihr Kapital.

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