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Das passende Weinglas finden


Das Angebot von Weingläsern ist groß, ja sogar so groß, dass die Orientierung beim Weinglas-Kauf recht schwer fällt. Klar, Weißweine trinkt man aus kleineren Gläsern als Rote, aber wie entscheidend sind wirklich Form und Größe, und müssen es wirklich mehr als diese zwei Gläsertypen sein? Unsere Weinfreundin Dominique Groten hat für uns tief ins Glas geschaut und gibt uns heute ein paar nützliche Tipps.

Wie viele Glastypen sollten es wirklich sein?

Vielleicht haben Sie in letzter Zeit über die Neuanschaffung von Weingläsern nachgedacht und stellten fest, dass man für die unterschiedlichsten Weintypen teilweise rebsortengenau bestimmte Gläser erwerben kann. Aber ist das wirklich notwendig, oder dient es lediglich der Umsatzsteigerung mancher Glasproduzenten? Meine persönliche Erfahrung ist zwar, dass ein Glas den Wein tatsächlich stark beeinflusst, doch halte ich die Unterschiede für nicht groß genug, um mir deswegen zehn verschiedene Glastypen in die Vitrine zu stellen. Für mich lautet daher die „magische“ Zahl Fünf. Mit einer Auswahl von je zwei Typen von Rotwein- und Weißweingläsern – für leichtere und kräftigere Weine – sowie einem Schaumweinglas lässt sich bereits anspruchsvoll mit dem Thema umgehen. Mehr braucht es für mich nicht.

Das richtige Weinglas

Größe und Form entscheiden

Die Faustregel bei dem Kauf der richtigen Weingläsern ist eigentlich ganz einfach: Je kräftiger und vielleicht auch jünger ein Rotwein ist, desto besser macht er sich in einem hohen Glas mit großem Volumen. Bei leichteren, aromatischeren Weinen bringt ein dicker „Bauch“ mehr Sauerstoffkontakt und lässt den Wein intensiver wirken. Das gilt auch für Weißweine, nur dass hier die Gläser insgesamt etwas kleiner ausfallen. Und bei Schaumweinen ist zusätzlich zu beachten, dass ein Glas auch Einfluss auf das „Verhalten“ der Kohlensäure hat. Die richtige Glaswahl ist aber auch Erfahrungssache.

So geht es mir persönlich mit kräftigen, noch jungen Weißweinen häufig so, dass ich mit einem klassischen Weißweinglas gar nicht zurecht komme und lieber auf ein größeres Rotweinglas umschwenke. Selbstverständlich spielt auch die Form eine wichtige Rolle. So verfügen praktisch alle gut gemachten Gläser über einen gewissen „Bauch“, um den Wein mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und einen „Kamin“, also einer sich nach oben verengenden Form, die den Duft des Weines an der Nase verdichtet.

Fünf Weinglas-Typen für alle Lebenslagen

Bordeaux Weinglas1. Bordeaux-Glas: für kräftige und tanninbetonte Rotweine.

Der voluminöse Rauminhalt gibt dem Wein die nötige Freiheit sich zu entfalten. Die Form unterstützt mit einem breiten Oberflächenspiegel und einem hohen Kamin die typischen Merkmale eines großen Weines. Kraftvoll, mit hoher Konzentration binden sich die runden Tannine aufgrund des Weinspiegels in die Frucht ein. Die Duftmoleküle verdichten sich im schließenden Glaskamin und entfalten sich expressiv über den Rand des Kelches. Ein Bordeaux-Glas eignet sich beispielsweise für Weine aus folgenden Regionen und Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Nebbiolo, Médoc, Margaux, Pauillac, Barossa Valley und Mendoza.

Burgunder Weinglas2. Burgunder-Glas: für aromatische, fruchtbetonte Rotweine

Nicht nur ein Pinot Noir oder Spätburgunder besticht mit viel Frucht und feinen Geschmacksfacetten, die nach einem etwas voluminöserem Glas verlangen, um sich gut zu entfalten. Auch Rebsorten wie Barbera, Blaufränkisch oder Gamay passen bestens zu diesem Glastyp. Und selbst kräftige Weißweine wie in Barrique ausgebauter Chardonnay oder alte, in Holz gelagerte Rieslinge fühlen sich in diesem dickbäuchigen Glas wohl.

 

3. Chardonnay-Glas: für kräftige Weißweine

Chardonnay GläserDurch die stattliche Breite und den verjüngten Kelch können sich die Aromen reichhaltig entfalten. Der charakteristische „Tiefpunkt“ am Kelchboden und die daraus resultierende große Weinoberfläche mäßigen eine zu kühle Temperatur im Wein und ermöglichen eine Milderung kräftiger Holznoten im Wein. Weißweine wirken in diesem Glas geschmeidig und rund. Diese Weißweine lassen sich bestens aus einem großen Weißweinglas trinken: Grauburgunder, Gutedel, Puligny-Montrachet, Meursault, Corton-Charlemagne, Chablis, Stellenbosch, Maipo Valley, Hunter Valley und Marlborough.

Riesling Weinglas4. Riesling-Glas: für leichte, aromatische Weißweine

Das Riesling-Glas verfügt über einen eleganten und glatten Stiel. Die in der Mitte leicht schließende Form fördert das lang anhaltende Geschmacksbild, indem es die Mineralität und rassige Säure sorgsam einbettet und dennoch vorsichtig mit den feinen Duftnoten umgeht. Dies unterstützen auch die feine Wandstärke und die konkave Form des Kelches, welche die von Sauerstoff und Alkohol transportierten Duftaromen besonders gut bewahren. Folgende Weine sind für ein Riesling-Glas beispielsweise gleichfalls geeignet: Grüner Veltliner, Gewürztraminer, Cortese, Verdejo und Vinho Verde.

Champagner Weinglas5. Champagner- und Sektglas

Auch wenn sich Champagner und andere flaschengereifte Schaumweine am besten für diesen Glastyp eignen, lässt sich auch ein gewöhnlicher Sekt daraus bestens genießen. Auffällig ist der flache, breite Boden und die an einen Kamin erinnernde hohe Kelchform, die sich nach oben zunehmend verjüngt. Die breite Öffnung gibt viel Raum zur Entfaltung der Kohlensäure. Die Aromen werden von Kohlendioxid getragen und entwickeln sich ungestört und anregend. Der „Moussierpunkt“ – eine kleine Erhebung am Kelchboden – sorgt für ein feines und geordnetes Spiel der Kohlensäureperlen.

Maschinelle Herstellung oder mundgeblasen?

Mundgeblasene Gläser fühlen sich natürlich aufgrund ihrer Dünnwandigkeit hochwertiger an und auch das Gefühl an den Lippen ist feiner. Doch sind sie in der Regel teurer und gehen auch vergleichsweise leicht zu Bruch. Dennoch sollte man sich überlegen, zumindest ein paar dieser Edelgäser anzuschaffen. Viele Blindproben haben in Vergangenheit nämlich bewiesen, dass auch die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung aus diesen Gläsern besser ist als bei den maschinengefertigten Kollegen.

Es würde mich freuen, wenn mein Beitrag für etwas weinfreundschaftlichen Durchblick gesorgt hat und hoffe, dass Sie in Zukunft nur noch mit den richtigen Gläsern anstoßen.

Lese-Tipp: Was bedeutet Qualität beim Wein?

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