Winzer des Monats: Roman Josef Pfaffl

Weingut R&A Pfaffl – Weingut Österreich des Jahres 2020

Das Weinviertel ist mit fast 14.000 Hektar das größte Weinbaugebiet in Österreich und das Weingut R&A Pfaffl einer der größten Betriebe im ganzen Land. Auf 110 Hektar Rebfläche – für Österreich eine beachtliche Größe – erzeugen die Pfaffls exzellente Weine und vertreiben diese in über 20 Länder. Sei es leichter, frischer oder üppig, kräftiger Grüner Veltliner oder Weißwein  aus Muskateller, Chardonnay, Riesling und Co. Und nicht zu vergessen die fabelhaften Roten aus St. Laurent, Zweigelt und Pinot Noir sowie diverse Cuvées.

Wir verzichten an dieser Stelle auf das Aufzählen der vielen Preise und Auszeichnungen des Weinguts Pfaffl. Nur so viel: Neben der Auszeichnung des Magazins Selection zum „Weingut Österreich des Jahres 2020“, wurde Pfaffl 2016 durch den Wine Enthusiast auch mit dem Titel „European Winery of the Year“ prämiert.

Aber wer steckt eigentlich hinter dieser Erfolgsstory? Verantwortlich dafür zeichnet sich vor allem Winzer und Kellermeister Roman Josef Paffl, der in jungen Jahren in die Fußstapfen seines Vaters trat. Seine Schwester, Heidi Fischer, ist für das Marketing des Weinguts Pfaffl verantwortlich und trägt damit einen großen Teil zum Erfolg bei. Im Weinberg wirkt nach wie vor Senior Roman Pfaffl und seine Frau Adelheid gilt als die gute Seele des Hauses. Diese Familienbande macht das Weingut nicht nur sympathisch, man merkt den Weinen auch eine gemeinsame Entschlossenheit in punkto Qualität an.

Winzer Roman Pfaffl und Sohn Roman Josef Pfaffl

Das Erfolgs-Duo von Weingut R&A Pfaffl: Vater Roman Pfaffl (r.) mit Sohn Roman Josef Pfaffl, der als Winzer und Kellermeister erstklassige Weine vinifiziert.

Unter Weinfreunden mit Roman Josef Pfaffl vom Weingut R&A Pfaffl

Roman, 2004 hast du die Weinbaulaufbahn im Pfaffl´schen Familienbetrieb begonnen. Heute bist du Winzer und Kellermeister in Personalunion. Wie bist zum Weinbau gekommen und was macht für dich die Faszination deines Berufs aus?

Für mich war immer klar, dass ich Winzer werde. Ich habe dieses „Erbe“ nie in Frage gestellt, weil es einfach ein wunderschöner Beruf ist. Vielfältig, naturverbunden, es hat sehr viel mit Genuss zu tun und es ist einfach schön mit einem Produkt zu arbeiten, dass anderen Menschen Freude macht.

Heimatverbundenheit spielt bei Winzern traditionell eine sehr große Rolle. Kannst du beschreiben, wofür das Weinviertel steht?

Der Grüner Veltliner steht natürlich an erster Stelle bei uns.  Diese würzig-spritzige Art ist für das Weinviertel besonders typisch. Aber wir haben auch geniale Rotweine. Zweigelt spielt hier natürlich eine bedeutende Rolle und auch die St. Laurent finde ich persönlich extrem spannend.

Hast du ein persönliches Motto, eine Lebens- oder Arbeits-Philosophie, die du als Winzer verfolgst?

Mach das, was du gern machst. Dann machst du es auch gut.

Welche Erfahrungen hast du in deiner Karriere gemacht, die deine Arbeit bis heute besonders nachhaltig beeinflussen?

Ich bin all den Winzern sehr dankbar, bei denen ich ein Praktikum machen durfte.  Besonders René Pöckl, der mich in die Rotweinbereitung eingeführt hat. Er war ein harter Lehrmeister, aber auch der Beste.

Wein ist nicht gleich Wein – das weiß jeder Weinliebhaber. Doch was zeichnet einen guten Wein aus? 

Wein soll Spaß machen. Das ist mir sehr wichtig. Das gilt schon im Weingarten und im Keller, aber natürlich dann auch beim Genuss. Ich finde, selbst die allertollsten Über-drüber-Weine müssen einen gewissen Trinkfluss haben. Wir wollen schließlich keine Museumsstücke kreieren, sondern ein tolles, hochwertiges Getränk.

Da sprichst Du ein gutes Thema an. Ist der Pfaffl „Junior“ ein solcher Spaß-Wein? Und warum heißt er eigentlich so?
Auf jeden Fall ist das ein Spaß-Wein! Der Name Junior spielt auf die Jugend des Weines an. Es ist eben ein junger, ungestümer, etwas frecher Tropfen, der deshalb auf dem Etikett auch noch Wände mit Graffiti zeigt, aber gerade auch dadurch verzaubert: Lebhaft und frisch, mit viel jugendlichem Charme und mit unglaublich herzhafter Frucht. Die ungewöhnliche Mischung Muskateller und Sauvignon Blanc ist daher gewollt. In der Jugend traut man sich mehr, macht auch mal Dinge, die man gewöhnlich nicht macht. Da wir hier viel Frucht und Frisch wollten, haben wir uns für diese Sorten entschieden und man sieht: eine knackige Fruchtbombe ist entstanden! Das ist ein Wein für Neugierige, für junge und Junggebliebene, für Leute, die die Frische lieben!

Was macht deine Weine aus dem Weinfreunde-Sortiment so besonders? Warum sollten Weinliebhaber diese Tropfen nicht entgehen lassen?

Weinfreunde hat echte Klassiker von uns im Sortiment. Die typischen Wiener Weine und das typische aus dem Weinviertel mit einem großen Highlight und einer Rarität: dem Grünen Veltliner Hommage Weinviertel DAC Reserve, der die höchsten Auszeichnungen einfährt.

Gibt es aktuelle Trends und Entwicklungen in der Welt des Weins, die du als Winzer und Kellermeister verfolgst und deine Arbeit beeinflussen?

Ja, natürlich, da fließt ständig etwas mit rein. Man dreht sich natürlich nicht um 180 Grad nur wegen irgendeinem Trend, aber wenn ich etwas spannend finde, dann probier ich das auch aus. Beispielsweise den Gemischten Satz, der ja eine alte Geschichte ist, die in den letzten Jahren wieder einen regelrechten Boom erfährt. Aber es ist ja auch wirklich nett, etwas so traditionelles wieder aufleben lassen zu können.

Was bedeutet für dich Genuss?

Mit Familie oder Freunden beisammen sitzen, ein gutes Essen und ein guter Wein… meistens sind es dann mehrere gute Weine.

Kannst du uns ein typisches, regionales Gericht nennen, das mit einem deiner Weine bei aus dem Weinfreunde-Sortiment besonders gut harmoniert?

Da wir offensichtlich lebende Klischees sind, gibt’s bei uns fast jede Woche Schnitzel. Unsere Mama macht aber auch die besten der Welt… Allerdings werden die in unserer Region nicht mit Kalbsfleisch sondern mit gepöckeltem Schweinefleisch gemacht. Dazu den Weinviertel DAC Haidviertel Grüner Veltliner und die Welt ist wieder im Lot…

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