Grande Famille von der Rhône: die Familie Perrin


Theresa Weber trägt uns die Geschichte der Familie Perrin vor, die wie gemacht ist für Weinfreunde. Sie berichtet von Spitzenweinen, von Biodynamie und dem Weingenuss für jeden Tag.

Die südliche Côtes-du-Rhône ist für Weinfreunde eine bekannter Sehnsuchtsort. Jenseits der legendären Einzellagen wie Châteauneuf-du-Pape, Gigondas oder Rasteau kommen aus der französischen Weinregion wunderbare Rote, Weiße und Rosés, die verlässlich alltägliche Weinfreuden bereiten. Dieser doppelten Bestimmung von internationalem Spitzenwein und einfacher, ehrlicher Qualität, die für die ganze Güte der Region stehen, fühlt sich ein großer Name besonders verpflichtet: die Familie Perrin. Sucht man nach den besten Weinen von der südlichen Rhône und aus der Provence oder auch nach Weinen, die das Terroir der Appellation typisch einfangen, wird man an dem Namen Perrin nicht vorbeikommen.

Familie Perrin

Die Familie Perrin bei der gemeinschaftlichen Weinprobe.

Château de Beaucastel: Wo alles beginnt

Allein im Shop der Weinfreunde finden sich zehn Weine der großen Familie aus Orange. Das Spektrum, das sich dabei auftut, zeigt mit welcher Passion und Akribie sich die Perrins ihren Stammlanden an der Rhône verschrieben haben. Die Star-Rolle in der Perrin’schen Familie der Weingüter und Weinlinien fällt ohne Zweifel dem Château de Beaucastel zu.  Dort beginnt der so beeindruckende Aufstieg der Familie Perrin. Im Jahr 1909 erwirbt Pierre Tramier das Weingut, das er sorgfältig bewirtschaftet und erweitert. Einige Jahr später übergibt er die Leitung an seinen Schwiegersohn Pierre Perrin – und damit ist der Name in der Welt.

Das Château de Beaucastel liegt in der renommierten Cru-Appellation Châteauneuf-du-Pape und in verlässlicher Regelmäßigkeit ernten die Weine der Domain Jahrgang für Jahrgang Punktewertungen von 95 und mehr. Es sind diese Châteauneuf-du-Pape von Beaucastel, die Weinpapst Robert Parker im Sinn hat, wenn er von „among the finest in the world“ spricht.

Pierre Perrin ist der Stammvater dieser weltweiten Anerkennung, doch es ist sein Sohn Jaques, der endgültig in eine neue Dimension vordringt. Bereits in den 1950er Jahren setzt Jaques ausgesprochen weitsichtig auf „naturnahen“ Weinbau. Heute müsste man die Veränderung in den Weinbergen und in der Kellerei, die er einführte, als Standards des biologischen Weinbaus beschreiben. Jaques Perrin spürt und schmeckt es an seinen Weinen, wie wichtig gesunde Weinberge mit einer intakten Flora und Fauna sind, um gesunde, hocharomatische Trauben zu ernten. Nur mit solchen Trauben gelingt es, das besondere Terroir einzufangen und somit authentisch den Boden, die Reben, das Klima und auch das Winzerhandwerk auszudrücken.

Weinfässer im Keller der Familie Perrin

Hier lagert und reift so mancher Weinschatz. Die Weine der Familie Perrin erhalten regelmäßig hohe Punktzahlen von renommierten Weinkritikern/innen.

Jaques Perrin: biodynamischer Pionier

Dieser Philosophie konsequent folgend stellt Perrin die Rebflächen des Château de Beaucastel ab 1974 auf biodynamischen Anbau um. Zu jener Zeit trägt Biodynamie noch den Ruch der Esoterik und ist weit davon entfernt, die Assoziation von 98 Parker-Punkten auszulösen. Und das alles geschieht im großen Maßstab: Auf rund 100 Hektar summieren sich die Rebanlagen von Beaucastel. Weitere 30 Hektar bilden die stille Reserve. Über zehn Jahre lang werden diese Flächen in strenger Fruchtfolge bewirtschaftet, bevor sie mit jungen Reben besetzt werden. Nachhaltigkeit hat einen langen Vorlauf, wenn man sie so ernst nimmt wie auf Château de Beaucastel.

Die Appellation Châteauneuf-du-Pape im Allgemeinen und das Château de Beaucastel im Besonderen sind das Mekka der großen Kunst der Vermählung unterschiedlicher Rebsorten zu dem einen, perfekten Wein. Bis zu 13 verschiedene Rebsorten finden bei den Perrins zu einem besonderen Jahrgang zusammen. Angesichts der Mühsal, die damit verbunden ist, findet sich diese Tradition in solcher Konsequenz nur noch selten im AOP Châteauneuf-du-Pape. Wer nun Lust auf einen Châteauneuf-du-Pape von Beaucastel bekommen hat, darf sich erwartungsvoll diesem Wein-Monument aus dem Spitzen-Jahrgang 2015 zuwenden. Er lockt nur einen Mausklick entfernt.

Weinrebe im Weinberg

An den alten Reben reifen die Trauben bei bestem Weinklima vor sich hin. Alles komplett biodynamisch.

Domaine du Clos des Tourelles: Grenache & Gigondas

Vor gut zehn Jahren entdeckt die Familie Perrin ein altes Kloster samt fünf Hektar Weingärten mitten in bester Gigondas-Lage. Die Domaine du Clos des Tourelles ist berühmt für den besonderen Charakter und die hohe Qualität des Grenache: alte Reben auf bestem Boden, eingeschlossenen von Mauern – wie ein Clos im Burgund. Benachbarte Rebflächen kommen hinzu und auf den alten hält die Biodynamie Einzug. Die Perrins ziehen ihren Stil durch und außergewöhnliche Kritikerworte lassen auch nicht lange auf sich warten. Heute zählt auch dieser Wein der Perrins zu den besten der Appellation.

Miraval: Rosé-Ikone aus der Provence

Ende der 1970er Jahre reicht Jaques Perrin das Zepter an seine Söhne Jean-Pierre und François weiter, die erfolgreich die Weinberge als auch das Renommee der Familie mehren. Inzwischen ist bereits die fünfte Generation mit den Familiengeschäften befasst. Ein Beispiel für ihr Zutun ist der ikonische Provence-Rosé von Miraval. Der machte zunächst vorwiegend Promi-Schlagzeilen, da Angelina Jolie und Brad Pitt Eigentümer des Weinguts sind. Die eigentliche Sensation ist aber die außergewöhnliche Qualität des Rosés, für die mit Marc Perrin bereits einer der „Jüngsten“ verantwortlich zeichnet.

Studio by Miraval Rosé 2018
der perfekte „Swimmingpool-Rosé“
Miraval by Jolie Pitt & Perrin
Studio by Miraval Rosé 2018
Miraval Côtes de Provence Rosé 2018
Weltweit bester Rosé des Jahres 2012
Miraval by Jolie Pitt & Perrin
Miraval Côtes de Provence Rosé 2018

Den Miraval sowie die neueste Ergänzung des Weinguts namens Studio finden Sie im Weinfreunde Shop.

 

Einführung in die Weinregion: Famille Perrin

Doch es sind nicht nur die großen Namen, welche die Weinfamilie Perrin ausmachen. Ebenso viel Aufmerksamkeit und Anerkennung verdienen die Weine der „Famille Perrin“-Linie. Sie sind den unterschiedlichen Terroirs und Stilen der Côtes-du-Rhône verpflichtet und geben quasi eine perfekte Einführung in die große Appellation ab. Darunter finden sich weniger bekannte Cru-Gebiete wie Vinsobre, klassische AOP Côtes-du-Rhône sowie Weinen aus der Provence. Sie stehen für Perrin-Qualität ohne gleich Top-Preise aufzurufen. Sie zeigen, dass sich der große Ruf der Familie auch auf die vorgeblich kleinen Weine berufen kann.

 

 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
4,67 Sterne | 12 Bewertungen