Primitivo Rosato: Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Die rote Rebsorte Primitivo schreibt eine beispiellose Erfolgsgeschichte unter Weinfreunden in Deutschland und anderswo. Insbesondere der Primitivo aus dem italienischen Apulien hat sich zu einem der beliebtesten Rotweine Deutschlands gemausert. Weinfreund Jürgen ist nun dem neuesten Trend auf der Spur: Primitivo in der Rosé-Variante – Primitivo Rosato. Er berichtet uns, ob die in Italien als Rosato bezeichneten Weine ebenfalls Hype-Qualität besitzen.

Bei dem Namen „Primitivo“ zuckten vor ein paar Jahren noch viele Weinfreunde zusammen. Handelt es sich dabei wirklich um einen primitiven Wein, fragten sich einige. Mittlerweile wissen die meisten, dass der Name der Rebsorte den frühen Reifezeitpunkt der Trauben beschreibt (prima = zuerst).

Auch das Herkunftsgebiet der aktuell so populären Weine war vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt. Nicht zuletzt, da im süditalienischen Apulien lange Zeit eher unterdurchschnittliche Weine für den Massenmarkt produziert wurden. Primitivo weckte schließlich als Neuentdeckung der Region das Interesse der Weinwelt. Sein kräftiger, fruchtiger, feinwürziger und dennoch harmonischer Charakter löst bis heute Begeisterung unter Weinfreunden aus.

Nur konsequent: Primitivo auch als Rosé

So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass seit einiger Zeit auch Primitivo-Roséweine aus dem „Stiefelabsatz Italiens“ in unsere heimischen Gläser fließen. Und das sind in vielen Fällen Weine, die selbst Rosé-Skeptiker eines Besseren belehren. Denn der Grundcharakter eines Primitivo findet sich natürlich auch in der Rosé-Variante wieder. Nur eben in einer frischeren und sommertauglicheren Art und Weise.

Campi Rudi Primitivo Rosato trocken 2019
Angelo Rocca
Campi Rudi Primitivo Rosato trocken 2019

Mit anderen Worten: Durch die Popularität des roten Primitivos, bestand gegenüber den Rosatos von Anfang an eine große Offenheit. Selbst Menschen, die zuvor keine Rosé-Trinker waren, konnten sich plötzlich mit dieser Machart anfreunden.

Wie stellt man einen Primitivo Rosé her?

Diese „Missionarsarbeit“ ist sehr erfreulich, denn gut gemachte Rosé-Weine werden in ihrer Qualität und Vielseitigkeit häufig unterschätzt. Beim Thema „gut gemacht“, vielleicht noch ein kurzer Exkurs, um die Herstellung eines Rosés zu erklären.

Eigentlich ist es ganz einfach: Rosé muss – bis auf sehr wenige Ausnahmen – immer aus roten Trauben hergestellt werden. Ein Rosé ist demnach keine Mischung aus Rot- und Weißwein. Vielmehr wird der Wein erst einmal wie ein Rotwein behandelt. Die Trauben werden nach der Ernte nicht direkt gepresst, sondern gelangen in große Gärbehälter.

Durch den Kontakt mit den roten Traubenschalen erhält der helle Most seine Farbe. Bei Rotweinen lässt man den Most teils über eine Woche in Schalenkontakt, bei Roséweinen sind es in der Regel nur mehrere Stunden.

Primitivo Rosato hat viele Seiten

Ein als Rosé ausgebauter Primitivo vereint Fruchtintensität und Würzigkeit mit Frische und tollem Trinkfluss. Als Aperitif bei sonnigem Wetter passt das hervorragend.

Doch damit nicht genug: Ein gut gemachter Primitivo Rosato ist eine wahre Allzweckwaffe! So passt er ganz hervorragend als Essensbegleiter zu einer ganzen Reihe von Speisen. Die italienische Küche liegt hier natürlich nahe, doch ist ein Primitivo in Pink auch für Gerichte vom Grill ideal geeignet. Und das macht eigentlich das ganze Jahr über Spaß.

Demnach gilt: der Hype um Primitivo wird vorerst nicht enden, denn der beliebte Rotwein hat rosafarbene Verstärkung erhalten.

Miluna Primitivo Rosato 2019
Cantine San Marzano
Miluna Primitivo Rosato 2019

Weitere lesenswerte Beiträge zu dem Thema lassen sich unter den folgenden Links finden.

Zum Thema Apulien und Primitivo:

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Zum Thema Roséweine:

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Doppio Passo Primitivo Rosato 2019
Doppio Passo in Rosé
Casa Vinicola Botter
Doppio Passo Primitivo Rosato 2019
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