Greco Bianco

Mit den Namen von Rebsorten ist es so eine Sache. Nicht immer scheint klar, was an dem Namen Dichtung und was Wahrheit ist. Die Aufklärung fällt noch schwerer, sobald die geläufigen Synonyme, also andere Namen für dieselbe Rebsorte, in den Blick rücken. Ausgesprochen reich an solchen Geschichten ist das Weinland Italien, mit seinen in die Hunderte gehenden autochthonen Rebsorten, das sind Sorten, die in der Region schon immer ihre Heimat hatten. Ein anschauliches Beispiel gibt der Greco oder genauer Greco Bianco ab. Denn es gibt auch einen Greco Nero, sprich eine rote Traube dieses Namens, die allerdings nicht mit dem weißen Greco Bianco verwandt ist.

Auf Italienisch bedeutet „greco“ schlichtweg griechisch, ebenso wie im Lateinischen. Damit liegen zwei Vermutungen nahe: Dass bereits die antiken Römer den Greco kultivierten und seine griechische Herkunft. Beides lässt sich nicht beweisen, doch vielleicht werden bei weiteren DNA-Analysen von Trauben noch die genauen Verwandten entdeckt. Glaubte man zunächst, dass der Greco von der antiken Sorte Aminea abstamme, ist inzwischen bekannt, dass er eng mit dem Aleatico aus der Toskana verwandt ist. Diese Geschichte hat also noch nicht ihr Ende gefunden.

DOCG Greco di Tufo

Der Greco Bianco spielt vorwiegend in Süditalien, allen voran in Kampanien und Kalabrien eine besondere Rolle. Weitere, kleinere Rebbestände gibt es im Latium, in der Toskana und Ligurien, doch in Kampanien ist der Greco Bianco in nahezu allen Weingebieten zuhause. In der Provinz Avellino findet sich mit der DOCG Greco di Tufo sogar eine Top-Appellation, die nach einem Synonym der Rebsorte benannt ist. Denn hier spielte Greco Wein klar die Hauptrolle. So enthalten Weine, die das DOCG auf der Flasche tragen, mindestens 85 Prozent Greco Bianco Trauben. Die autochthone Rebe Coda di Volpe Bianca ist für die Weine der DOCG Greco di Tufo gleichfalls zugelassen, darf aber den Wert von 15 Prozent nicht überschreiten.

Greco Trauben

Die DOCG di Tufo steht ausschließlich für Weißweine und Schaumweine. Zudem unterschieden die Regularien bei Weinen und Schaumweinen unterschiedliche Qualitäten. Beim einfachen weißen Stillwein ist keine gesonderte Reife vorgesehen. Dagegen hat ein Bianco Riserva der DOCG mindestens ein Jahr Reife absolviert. Analog dazu sind beim Spumante, der grundsätzlich in Flaschengärung erzeugt wird, mindestens 18 Monate auf der Hefe vorgesehen, beim Spumante Riserva sind es sogar mindestens 36 Monate.

Noch mehr Greco Wein

In Kalabrien keltern die Winzer aus Greco im Zusammenspiel mit der Rebsorte Trebbiano den Ciro Bianco, der Kenner und Genießer durch seine Pfirsich- und Zitronenaromen, gepaart mit dezenten Nussakzenten überzeugt. Auch der süße Greco di Bianco, der aus getrockneten Trauben hergestellt wird, kommt aus Kalabrien. Der bernsteinfarbene, alkoholreiche Wein duftet üblicherweise angenehm nach Orange und anderen Zitrusfrüchten. Auf der Insel Capri verschneiden die Winzer den Greco-Wein mit anderen Sorten zu einer trockenen Weißwein-Cuvée.

Wie Greco Bianco schmeckt

Der Duft von Greco Bianco ist geprägt von zitrischen Aromen, die von Orangenblüte bis Zitronenschale reichen. Zudem zeigen sich noch Noten von gelbem Steinobst wie Pfirsich und Aprikose. Im Mund tragen sich die Fruchtaromen fort und werden oft von feinen Kräuternoten ergänzt, die bei stärker mineralisch geprägten Böden gern deutlicher ausfallen. Bestes Beispiel sind erneut die Weine der DOCG Greco di Tufo mit an Mandel und Nuss erinnernden Eindrücken, die auf den vulkanisch entstandenen Tuffstein zurückzuführen sind.  Zudem gefällt an Greco Weine ihre harmonische Frische.

Die jungen Weine sind perfekte Begleiter zu Meeresfrüchten aller Art und gegrilltem Fisch. Die ein Jahr auf der Flasche gereiften Riserva weisen eine Extraportion Struktur und Vielschichtigkeit auf. Sie empfehlen sich zu leichten Fleischgerichten und mediterranen Gemüsegerichten.

Cutizzi 2020
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