Falanghina

Falanghina ist eine alte Weißweinsorte aus Italien, die in den Regionen Kampanien und Abruzzen angebaut wird. Sie ist möglicherweise ein Nachkomme der antiken Rebsorte Aminea, die im alten Rom sehr geschätzt wurde. In jedem Fall erleben Weine aus dieser fruchtig frischen Rebsorte derzeit eine Renaissance.

Woher stammt die Falanghina Rebe?

Falanghina wird offiziell zum ersten Mal 1825 beschrieben, zuvor findet die Rebsorte bereits in einem Gedicht aus dem 17. Jahrhundert Erwähnung. Ihr Name leitet sich vom Begriff „Phalange“ ab – an den Pfahl gebunden – eine Erziehungsform für Weinreben, die aus der Antike stammt. Die Falanghina Rebe wird fast ausschließlich in Italien angebaut und hier primär im süditalienischen Kampanien. Kleinere Bestände existieren auch auf Sardinien.

Zwei Varianten der Falanghina Rebe

Lange war nicht bekannt, dass Falanghina zwei Varianten besitzt: Falanghina Beneventana und Falanghina Flegrea. Erst DNA-Analysen ergaben, dass die beiden Rebsorten zwar verwandt, aber nicht identisch sind. Beide Rebsorten werden in einer Vielzahl von DOC-Weinen – vorwiegend in Kampanien – verwendet. Unterschieden wird jedoch nicht zwischen den beiden Rebsorten, da sie sich in Erscheinung und Geschmack stark ähneln.

Kampanien Weinland Italien

Die Falanghina Weinberge in der wunderschönen Region Kampanien

Die Falanghina Beneventana war lange verschollen und wurde in den 1970er-Jahren in Benevento, einer Provinz Kampaniens, wiederentdeckt. Mittlerweile beträgt die Anbaufläche einige Hundert Hektar.

Der Name Falanghina Flegrea verweist auf die Phlegräischen Felder am Vesuv, einer Landschaft 20 Kilometer westlich des Vesuvs, die von seinen wiederkehrenden Ausbrüchen gekennzeichnet ist. Diese Variante wird auf über 3.000 Hektar Weinbergen angebaut.

Falanghina del Sannio

Unter dem Namen Falanghina del Sannio werden im seit 2011 existierenden DOC-Gebiet Benevento Weißweine und Schaumweine aus der Rebsorte hergestellt. Hierbei muss der Anteil von Falanghina in den Cuvées mindestens 85 % betragen. Zusätzlich zum DOC-Gebiet können auch die Unterregionen Guardiolo, Sant’Agata dei Goti, Solopaca und Taburno bei der Bezeichnung der Weine genannt werden.

Falanghina im Weinberg

Die Falanghina Rebe mag es warm und trocken, ideale Bedingungen findet sie im Mittelmeerraum vor. In Sachen Untergrund erbringt sie auf kalkhaltigen Böden besonders gute Ergebnisse. Die Ernte erfolgt zumeist in der zweiten Septemberwoche, sie gilt also als spät reifend. Die Beeren sind von grün-grauer bis gelb-grauer Farbe.

So schmeckt der Wein

Aus Falanghina Trauben entstehen blumig-fruchtige Weine, die eine ausgewogene Säure aufweisen. Sie duften in aller Regel nach Aprikosen, Pfirsichen und reifen Birnen. Auch wenn Falanghina häufig reinsortig abgefüllt wird, ist er nicht selten Teil von Weißwein-Cuvées. Hundertprozentige Falanghina aus Einzellagen, die meist im Holzfass ausgebaut werden, erreichen beeindruckend gute Qualitäten.

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