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Was bedeutet eigentlich Doppio Passo?


Doppio Passo steht für eine besondere Art der Weinherstellung. Was die Weine so außergewöhnlich macht und was den Doppio Passo vom Amarone unterscheidet, erklärt uns Weinfreund Sven Reinbold.

Das Weinland Italien braucht mit großen Namen nicht zu geizen. Berühmte Anbaugebiete wie Chianti oder das Piemont und jahrhundertealte Weindynastien wie die Antinoris suchen in der internationalen Weinwelt ihres gleichen. Einen besonderen Ruf haben sich auch besondere Herstellungsverfahren erworben, die ihren Ursprung in Italien haben.

Doppelt schmeckt besser: Doppio Passo

Dazu zählt beispielsweise der Amarone mit dem Trocknen der Trauben an der Luft – Appassimento genannt – und der wundersamen zweiten Gärung, dem „Miracolo dell’Amarone“. Mehr über den Amarone di Valpolicella habe ich bereits in einem eigenen Magazin-Artikel zusammengetragen. Dieses Mal heißt das Thema Doppio Passo. Seitdem der Doppio Passo Primitivo Salento sich zu einem weinfreundschaftlichen Geheimtipp entwickelt hat, stellt sich eine Frage immer dringlicher: Was ist eigentlich Doppio Passo?

Mit dem Amarone hat der Doppio Passo gemeinsam, dass es schwere, fruchtbetonte Weine mit ordentlicher Struktur und mitunter kräftigen Tanninen sind. Beim Amarone erfolgt diese Konzentration durch das Appassimento: Die Trauben trocknen an der Luft und verlieren Flüssigkeit. Der Anteil an Aromen und Farbstoffen in der Beere steigt. Und durch den ebenfalls erhöhten Zuckergehalt gewinnen diese Weine noch eine Extraportion Alkohol. Beim Doppio Passo erreicht man eine ähnliche Wirkung durch zwei Arbeitsschritte oder zwei Durchgänge – wie man Doppio Passo übersetzen könnte.

Doppio Passo

Zwei Ernten, eine gemeinsame Gärung

Diese zwei Schritte erfolgen auch noch an zwei Stellen der Weinherstellung. Zunächst wird zweimal geerntet. Ein Teil der Trauben für den Doppio Passo kommt zum normalen Erntezeitpunkt in den Keller. Der andere Teil hängt länger an den Reben, gewinnt somit mehr Reife und Konzentration. Etwa drei bis vier Wochen später werden auch diese Trauben geerntet. Die zweite Lese wird der ersten hinzugefügt und die Trauben gemeinsam vinifiziert. Diese Herstellungsweise erinnert auch an einen Ripasso, den sogenannten „Baby-Amarone“: Die Traubenschalen, die bei der Herstellung des Amarone übrigbleiben, werden beim Ripasso dem „normalem“ Most zugesetzt. Auch auf diese Weise wird eine höhere Konzentration in den Weinen bewirkt.

Doppio Passo Apulien

Während der Amarone vorwiegend aus der Rebsorte Corvina hergestellt wird, enthält der Doppio Passo ausschließlich Primitivo aus Apulien im dem Südosten Italiens.

Nur mit Primitivo aus Apulien

Es lassen sich noch weitere Unterschiede zwischen Amarone und Doppio Passo festhalten. Ein Doppio Passo enthält ausschließlich die Rebsorte Primitivo. Ein Amarone wird vorwiegend aus Corvina hergestellt. Ein Doppio Passo kommt aus Apulien im Südosten Italiens, der Amarone aus Valpolicella in Venetien. Der Doppio Passo Primitivo Salento hat seine Heimat im Absatz des italienischen Stiefels. Auf der Halbinsel Salento in Apulien wächst der Primitivo für diesen Doppio Passo. Das trockene, sehr warme Klima sowie die besonderen Böden geben dem Wein Körper und Charakter mit. Dennoch fällt der Doppio Passo Primitivo Salento mit 13% Alkohol recht moderat aus.

Um so mehr kann sich ein Weinfreund am intensiven Aromenspiel ergötzen. Weiche Tannine und eine angenehme Restsüße verleihen dem Wein einen verführerischen Trinkfluss. Also Vorsicht! Aber irgendein Haar muss man ja in der Suppe finden. Cincin!

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