Rosé Prosecco: Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Prosecco steht in Deutschland, ja auf der ganzen Welt, für italienisches Lebensgefühl. Zudem ist er als Aperitif für viele Weinfreunde eine sichere Bank. Einen Prosecco Rosé gab es bislang noch nicht. Die strengen Auflagen des Prosecco-Konsortiums ließen dies schlichtweg nicht zu. Ab dem 1. Januar 2021 wird nun alles anders. Wir haben die rosarote Prosecco-Brille aufgesetzt und berichten im Detail.

Prosecco wird auf der ganzen Welt getrunken und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Atemberaubende 480 Millionen Flaschen von dem weißen Prickler wurden 2019 von insgesamt 347 Abfüllern produziert. 80 Prozent davon fließen in ausländische Märkte.

Bis 2009 hieß die für den weißen Prosecco verwendete Rebsorte übrigens auch Prosecco. Die führte dazu, dass auch Schaumweine, die nicht im Prosecco DOC-Bereich angebaut wurden, mit der Bezeichnung Prosecco verkauft werden durften. Um dies langfristig zu vermeiden und die originäre Herkunft zu schützen, wurde die Rebsorte in Glera umbenannt – ein bereits zuvor existierendes Synonym.

Ganz offiziell: ab 2021 Prosecco auch als Rosé

Aber zurück zum rosigen Thema: Der Erfolg von Prosecco dürfte sich durch die offizielle Zulassung von Prosecco in der Rosé-Variante ab dem Jahr 2021 nochmals steigern lassen. Denn nicht nur Prosecco liegt im Trend, sondern auch Rosé-Weine erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. So vereint ein Prosecco Rosé zwei Weinfavoriten in einer Flasche. Dies haben nun auch die Offiziellen der DOC Prosecco eingesehen und sind schließlich bereit ihre Statuten zu erweitern.

Wer jetzt die Stirn runzelt, hat natürlich recht: Rosafarbener Schaumwein wird schon lange in Norditalien produziert. Jedoch durfte sich dieser bisher nicht als Prosecco bezeichnen – selbst, wenn er aus der für Prosecco definierten Gegend stammte. Das offizielle Konsortium – die DOC Prosecco – setzte bisher voraus, dass Prosecco ausschließlich weiß ist. Im Mai 2019 beschloss nun das Gremium der DOC Prosecco endlich, dass ab 2021 auch die Rosé-Variante zugelassen wird. So stehen schon jetzt viele Hersteller in den Startlöchern.

Selbstverständlich nur unter Einhaltung strikter Vorgaben: Wie auch der weiße Prosecco, darf der Rosé nur in neun genau definierten Provinzen der Regionen Venetien und Friaul-Julisch-Venetien hergestellt werden. Von der Lese bis zur Abfüllung muss die Weinbereitung hier stattfinden, um als DOC Prosecco anerkannt zu werden. Für den weißen Prosecco ist dies bereits seit 2009 offiziell geregelt.

Prosecco Rosé oder nicht: es gelten strenge Regeln

Für den Rosé Prosecco existieren nun sogar noch strengere Regeln als beim „normalen“ Prosecco. So sind die kostengünstigen Frizzante, also Perlweine, für einen Rosé nicht gestattet. Ein Prosecco Rosé muss immer in der aufwendigeren Spumante-Version hergestellt werden, die einen zweiten Gärprozess auf der Hefe voraussetzt. Apropos Hefe: Auch hier gibt es eine klare Vorschrift: Mindestens 60 Tage muss der Prosecco Rosé auf selbiger reifen, um den gewünscht hochwertigen Charakter zu garantieren.

Ein weiterer Unterschied zu einem weißen Prosecco ist eigentlich logisch: Bei dem Rosé muss auch eine rote Rebsorte zum Einsatz kommen. Woher auch sonst soll die Farbe kommen?

Dass es auch dabei klare Regeln gibt, verwundert kaum. Mindestens 85 Prozent Glera und mindestens 10 Prozent Pinot Nero (Pinot Noir/Spätburgunder) muss ein Rosé Prosecco enthalten. Für alle Mathe-Profis heißt das: Der weiße Glera darf maximal zu 90 Prozent enthalten sein und vom roten Pinot Nero darf nicht mehr als 15 Prozent verwendet werden.

Wie schmeckt ein Rosé Prosecco?

Zunächst einmal sollte bei der künftigen Auswahl eines Prosecco Rosé beachtet werden, dass dieser in vier verschiedenen Varianten angeboten wird: Als Brut Nature, Extra Brut, Brut und Extra Dry. Mit anderen Worten von sehr trocken (Brut Nature) bis hin zu lieblich (Extra Dry). Die persönlichen Vorlieben lassen sich auf dieser Basis bereits gut aussteuern.

Ein Prosecco Rosé kommt – unabhängig vom Süßegrad – mit einem sehr dezenten Pinkton ins Glas und seine Kohlensäure wirkt fein und ausgewogen. Der Duft verrät sofort die rote Rebsorte: Feine Aromen von Erdbeeren und Himbeeren strömen aus dem Glas. Und auch am Gaumen wirkt ein Prosecco Rosé äußerst fruchtig sowie saftig, frisch und lebendig. Ganz so wie wir Prosecco also schon immer schätzen, nur eben mit der Extraportion roter Frucht.

Doppio Passo Rosé Spumante
Casa Vinicola Botter
Doppio Passo Rosé Spumante

Wie wird ein Prosecco Rosé hergestellt?

Dass ein Prosecco Rosé nicht als Frizzante hergestellt werden darf, hatte ich bereits erwähnt. Aber wo liegt eigentlich der Unterschied zu einem Spumante? Ein Frizzante ist in der Regel ein Stillwein, dem unter Druck Kohlensäure zugeführt wird. Der Kohlensäuregehalt fällt dabei vergleichsweise gering aus.

Bei einem Spumante entsteht die Kohlensäure durch einen zweiten Gärprozess auf natürliche Art und Weise. Bei einem Champagner findet dieser Prozess in der Flasche statt, bei einem Spumante wird hingegen das sogenannte Martinotti-Verfahren eingesetzt: Der zweite Gärprozess findet in großen Druckgärtanks statt. Dadurch erhält der Prosecco Spumante seine typischen feine Bläschen sowie knackige, blumig-fruchtige Aromen.

Noch ein kleiner Verbraucher-Tipp zum Schluss: Um einen Prosecco Rosé handelt es sich nur, wenn dies auch auf dem Etikett explizit ausgewiesen wird. Und zwar mit dem Zusatz DOC oder Denominazione di Origine Controllata. Außerdem muss eine Jahrgangsangabe auf der Vorder- oder Rückseite der Weinflasche zu finden sein, die durch den Begriff „Millesimato“ angeführt wird – eine Bestätigung dafür, dass mindestens 85 Prozent der eingesetzten Trauben aus dem angegebenen Jahr stammen.

Und nun lässt sich nur noch sagen: Cincin und auf viele rosarote Prosecco Genussmomente!

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