Lynch-Bages
Lynch-Bages

Lynch-Bages

Das Château Lynch-Bages liegt im Bordeaux vor den Toren Pauillacs am linken Gironde-Ufer. Ein Ire und ein Hügel gaben diesem Cinquième Grand Cru Classé seinen Namen. Heute wird die Assemblage bereits im Weltall zusammengesetzt. Für ein irdisches Weinvergnügen.

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Lynch-Bages

Irische Zugvögel im Médoc

Auf über 100 Hektar wächst das rote Gold dieses Cinquième Grand Cru Classé, das im Weinkeller seine Läuterung erfährt. Was dann ins Glas fließt, ist pure Lebenskunst, so zumindest das Credo der Familie Cazes, die das Weingut seit 1939 führt.

Seine beeindruckende Geschichte beginnt jedoch mit einem Ausländer: dem Iren John Lynch. 1691 kam er als Soldatensöldner in das Médoc. Die sogenannten „Wild Geese“ – Wildgänse – unterstützten im 17. Jahrhundert viele europäische Armeen. Nach der Niederlage von Aughrim im Jahr 1691 und dem Ende der Kriege von Wilhelm III. von England, entließ man die irischen Söldner im Vertrag von Limerick. Lynch zog es nach Bordeaux, wo er im Handel arbeitete. Es ist der Heirat seines Sohnes Thomas-Michel Lynch mit Elisabeth Drouillard, Tochter des Juristen und Weinhändlers Pierre Drouillard, zu verdanken, dass der Familienname Weingeschichte schrieb. Thomas‘ Ehefrau Elisabeth erbte die Domaine in Pauillac, deren Namen vom alten Weiler Bages herrührt. 1779 übernahm dessen Sohn Michel die Leitung des Châteaus, nachdem ihm sein Bruder – der seine politische Karriere verfolgte – den Vortritt ließ. Bis 1824 konzentrierte man sich auf die Qualitätssteigerung des Weines. Dann übernahm die Familie Jurine, gefolgt 1865 von den Weinhändlern Maurice und Henri Cayrou, deren Nachfahren das Gut bis 1939 verwalteten.

Der Stil von Lynch-Bages änderte sich mit der Übernahme durch Jean-Charles Cazes in den 1930er-Jahren. Reichhaltig, verführerisch und sofort zugänglich, konnte das Château Lynch-Bages nunmehr in großer Würde altern. Sein Einzug in die Weinelite des Médoc ist jedoch erst seinem Sohn und heutigen Besitzer Lynch-Bages, Jean-Michel Cazes zu verdanken. Mittlerweile wird er von Weinkritikern gar als 2ème Cru gehandelt. Als „Ingénieur de l'École des mines“, mit einem Master in Sedimentologie, weiß er das Terroir des Médocs perfekt einzuschätzen, um seine besten Eigenschaften in perfekter Symbiose mit dem Weinberg hervorzuholen.

Dieser fußt auf Kies-Anschwemmungen der Günz-Eiszeit und setzt sich aus 35 bis 70 Jahre alten Rebstöcken von 73 Prozent Cabernet Sauvignon, 15 Prozent Merlot und 10 Prozent Cabernet Franc sowie 2 Prozent des würzigen Petit Verdot zusammen. Im Jahr 2006 wurde durch den Einsatz von Satellitentechnologie eine Parzelleneinteilung durchgeführt, die es nunmehr ermöglicht, den Wein parzellenweise zu vinifizieren und so die Besonderheit des Terroirs zur Geltung zu bringen.

Mit der Ernennung Daniel Llose zum Haus-Önologen, zog die neue Technik auch in die Weinkeller ein. Edelstahlgärtanks steigern die Präzision im Ausbau und sichern Lynch-Bages so einen der ersten Plätze in seiner Appellation. Sein Weißwein aus Sémillon, Muscadelle und Sauvignon Blanc macht ebenso von sich reden wie der Zweitwein „Echo de Lynch-Bages“, der an die griechische Göttin erinnert, die für ihre Komplizenschaft mit Zeus bei dessen Ehebruch, von der betrogenen Hera ihrer Stimme beraubt wurde. Doch wer benötigt bei diesem Wein noch viele Worte?