Figeac
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Das Château Figeac ist eine Ikone des rechten Ufers im Bordeaux. In der Appellation Saint-Émilion nahe dem Terroir Pomerols gelegen, vertritt der Premier Grand Cru Classé B sein antikes Erbe ebenso wie den Aufbruchsgeist des 19. Jahrhunderts.

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Figeac

Ingenieure am Werk

54 Hektar zusammenhängendes Land im Westen der Appellation Saint-Émilion komponieren das Terroir dieses Premier Grand Cru Classé B. Als direkter Nachbar grenzt es an das Château Cheval Blanc und die Appellation Pomerol. So einzigartig wie seine Cuvée ist auch die Geschichte Figeacs, die bis ins 2. Jahrhundert zurückreicht. Das Anwesen, das der Familie Figeacus gehörte, umfasste eine gallo-römische Villa und einige Weinberge. Erste urkundliche Nachweise finden sich danach im 15. Jahrhundert, als es Eigentum der Familie Decazes wurde.

Nach der Heirat von Marie Decazes im Jahr 1654 mit François de Carles ging das Gut in den Besitz der Familie über, die besonders aktiv an der Modernisierung des Weinbaus im Gebiet von Libourne beteiligt war. Die Familie de Carles förderte den Ruf der Weine von Château Figeac sowohl in Paris als auch in Nordeuropa.

Es war dem Rat ihres Freundes Albert Macquin zu verdanken, dass André Villepigue und seine Frau Henriette de Chèvremont im Jahr 1892 das Château Figeac erwarben. Der Agraringenieur, der für seine Arbeiten zur Bekämpfung der Reblaus bekannt war, übernahm dann auch die Leitung des Anwesens. Indem er Weinberge neu anlegte und die Infrastruktur für die Weinherstellung verbesserte, trug er viel zum heutigen Renommee des Château Figeac bei. Auch der Enkel des Ehepaars wird Agraringenieur und was nur eine Verwaltungsaufgabe bis zur Übergabe des Châteaus werden sollte, wurde zu einer Passion. Mit der Übernahme der Leitung im Jahre 1947 wurde Thierry Manoncourt zum Innovator des Château Figeacs im Weinberg und Weinkeller.

Rund 40 Hektar des Besitzes, sind nun dem Weinbau verpflichtet. Die drei Kieshügel aus der Günz-Kaltzeit mit lehmigen Unterböden sind eine geografische Besonderheit, die Figeac mit dem Château Cheval Blanc und Ausone teilt. Sie beherbergen zudem unterschiedliche Mikroklimata.

So erhalten die rund 35 Jahre alten Rebstöcke von 30 Prozent Merlot, 35 Prozent Cabernet Franc und 35 Prozent Cabernet Sauvignon ihr perfektes Habitat. 0,65 Hektar der ältesten Rebstöcke werden ausschließlich für die „Selection Massale“ genutzt. Dank ihr werden die jungen Reben mit den besten Anlagen versehen, indem man ihnen ausgewählte Triebe der alten Rebstöcke aufpfropft. 14 Hektar dienen der Erhaltung der Biodiversität. So wird das Anwesen durch einen Wall aus 100-jährigen Eichen und Weißdornenhecken geschützt, während der Park aus zahlreichen Pflanzenarten besteht, die Macquin im 19. Jahrhundert hier anlegte.

Das Château Figeac gehörte in den 1960er-Jahren zu den Pionieren im Einsatz von Edelstahltanks für die Vinifizierung. Diese werden heutzutage nur noch für den Zweitwein „Petit Figeac“ verwendet. Geschönt mit Eiweiß gelangt der Premier Grand Cru Classé B nach einem 18-monatigen Ausbau in frischen Eichenfässern ohne weitere Filterung in die Flasche. Sein Aufstieg zum Premier Grand Cru Classé A wurde ihm 1995 mit dem Argument „er sei nicht teuer genug“ versagt. Ein Aufstieg in der neuen Klassifikation im Jahr 2022 scheint jedoch in Sicht.