Vista Alegre Crianza 2022
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Haro, die Weinhauptstadt der Rioja, trägt ihre Geschichte in den Rebzeilen – und der Vista Alegre Crianza von Carlos Serres ist einer ihrer ehrlichsten Botschafter.
Beschreibung
Geschmack
rauchig-holzigbeerigAusbau
BarriqueAlkohol
13,5 %Das Besondere an diesem Wein
Charles Serres war Franzose, Weinberater aus Bordeaux, und ein Mann mit einem guten Auge für Terroir. Als er Ende des 19. Jahrhunderts nach Haro kam, erkannte er sofort: Diese Landschaft erinnert ihn an die besten Lagen Bordeaux'. Klima, Böden, Licht – alles stimmte. Er blieb. Und weil er blieb, wurde aus Charles Carlos. Der Name passte sich an, die Überzeugung nicht: 1896 gründete er seine Bodega, trieb den Rioja-Export voran und legte 1907 den Grundstein für den Vorläufer des heutigen Consejo Regulador. Wer also einen Wein von Carlos Serres öffnet, hält ein Stück Weingeschichte in der Hand.
Die Trauben für den Vista Alegre Crianza stammen aus dem geografischen Herz der Rioja – aus dem Grenzbereich zwischen Rioja Alta und Rioja Oriental, rund um Logroño. Gemeinden wie Alberite, Villamediana, Entrena und Clavijo liegen genau dort, wo die beiden Subzonen ineinander übergehen. Wer Clavijo kennt, denkt zuerst an die Burgruine, die seit dem 10. Jahrhundert über dem Dorf thront – eines der markantesten Wahrzeichen der ganzen Region. Aber auch weinbaulich ist dieser Landstrich bemerkenswert: Die Böden sind karg und nährstoffarm, die Rebe muss tief graben, um genügend Nährstoffe zu finden. Das prägt den Wein: eisenreiche Tonböden geben Struktur, Tiefe und eine fast jodig-mineralische Note, die man im Glas wiedererkennt.
Das kontinentale Klima tut sein Übriges: heiße Sommer, kalte Winter, wenig Niederschlag. Die nach Süden ausgerichteten Weinberge fangen jeden Sonnenstrahl ein und sorgen für eine gleichmäßige, tiefe Reife der Tempranillo-Trauben.
Der Wein reift mindestens zwölf Monate in amerikanischen und französischen Eichenfässern. Das Holz ist kein Selbstzweck, sondern Handwerk: Es stützt, strukturiert und gibt dem Wein jene Komplexität, die einen guten Crianza von einem einfachen Jungwein unterscheidet. Das Ergebnis ist ein Rioja, der sich nicht verbiegt – alte Schule im besten Sinne.
Wie der Wein schmeckt: charakterstark & kräftig
Die Nase zeigt sich tiefgründig: reife rote Frucht, Johannisbeere und Sauerkirsche, unterlegt von warmen Sandnoten und einer feinen jodig-mineralischen Tiefe, die an alten Rioja-Stil erinnert. Ein gut integriertes Holz stützt, ohne zu dominieren. Am Gaumen dann klare Tempranillo-Struktur: lebendige Säure, körniges, leicht rustikales Tannin, reife Frucht mit Holunderbeeren. Der Nachhall klingt mit einer feinen Salzigkeit aus. Ein Wein, der zu Lamm vom Grill, kräftigen Tapas oder einem guten Steak ebenso passt wie zu einem langen Abend mit Freunden.

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